Leid und Gerechtigkeit

Mendel und Deborah verstehen die Ereignisse des Lebens stets als ein Abbild ihrer Beziehung zu Gott und ihres Handelns. Deborah glaubt beispielsweise, dass Mirjams Besuch einer katholischen Kirche der Grund dafür ist, dass Menuchim, mit dem sie zu diesem Zeitpunkt schwanger ist, behindert auf die Welt kommt (S. 26-27): „Seit diesem Tage weiß Deborah, daß ein Unglück im Anzug ist. Ein Unglück trägt sie im Schoß“ (S. 27).

Mendel betrachtet sich selbst fast immer als einen von Gott Gestraften und sucht nach einer Antwort auf die Frage, warum er bestraft wird. So sieht er beispielsweise die Tatsache, dass seine beiden ältesten Söhne zum Militär müssen, als Strafe an. Resigniert fragt er seine Frau: „Welche Hilfe erwartest du von den Menschen, wo Gott uns gestraft hat?“ (S. 36). Enttäuscht fragt er sich selbst: „Wofür bin ich so gestraft? [...] Und er durchforschte sein Gehirn nach irgendeiner Sünde und fand keine schwere. [...] ... und während er auf und ab durch die Stube wanderte [...] dachte er unaufhörlich: Wo ist die Sünde? Wo steckt die Sünde?“ (S. 42).

Er glaubt, dass man mit Gebeten Gott gnädig stimmen kann, solange man nichts U...

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