Autobiografische Elemente

Ort der Handlung

Joseph Roth wurde an der Grenze zu Russland im galizischen Schtetl Brody als Kind von Maria Grübel und Nachum Roth geboren. Auch der Beginn der Handlung des „Hiob“ spielt im galizischen Raum. Allerdings ist die Handlung in einer fiktiven russischen Stadt (Zuchnow) angesiedelt, bei der es sich aber ebenfalls um ein von der jüdischen Kultur geprägtes russisches Schtetl (Siedlung mit hohem jüdischen Bevölkerungsanteil) handelt. Ursprünglich sollte die Handlung im fiktiven Kowno spielen, im Verlauf seiner Arbeit an dem Werk verlegte er den Schauplatz aber ins fiktive Zuchnow.

Familiärer Hintergrund

Roth stammte aus einer jüdischen Familie. Seine Mutter kam aus einer Familie jüdischer Kaufleute, sein Vater war Getreidehändler und Anhänger des Chassidismus (Bezeichnung für verschiedene Bewegungen im Judentum). Ihm waren daher die Gebräuche der Juden und ihre Lebensart gut bekannt. Sein jüdischer Hintergrund bildete den Anlass dazu, dass nach der Machtergreifung der Nazis seine Bücher verbrannt wurden.

Jonas' Militärdienst

Zu Beginn des 1. Weltkriegs, der ebenfalls im „Hiob“ erwähnt wird, war Roth zuerst pazifistisch eingestellt und wurde als kriegsuntauglich eingestuft. Im Laufe des Krieges aber änderte sich seine Einstellung und er meldete sich Ende Mai 1916 freiwillig zum 21. Jägerbataillon. Roth nahm niemals direkt an Kampfhandlungen teil, sondern wurde aufgrund seiner schriftstellerischen Begabung und seiner Herkunft 1917 zur 32. Infanteriedivision nach Galizien versetzt, um dort im Pressedienst zu arbeiten. Trotzdem kannte er den Militärdienst, was in seine Beschreibung der Erlebnisse des Jonas einfloss.

Geisteskrankheit Mirjams

Roth hatte in zweierlei Hinsicht familiär mit einer Geisteskrankheit zu tun. Auf einer beruflichen Reise des Vaters brach bei diesem eine Geisteskrankheit aus. Nachdem er zunächst in eine Psychiatrie eingewiesen worden war, wurde er später zu einem russisch-polnischen Wunderrabbi gebracht, wo er später von einem Verwandten aufgespürt wurde. Dieser be...

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