Parzenlied

Das Parzenlied ist ein Bestandteil von Iphigenies Monolog im 5. Auftritt des 4. Aufzugs. Es hat sechs Strophen mit einer variierenden Anzahl von Versen. Auf formaler Ebene fällt zunächst die Abkehr von der jambischen Versform zugunsten eines zweihebigen Verses auf. Das Metrum ändert sich, was andeutet, dass es sich um ein für die weitere Handlung wichtiges Teilstück handelt. Außerdem findet hier ein lyrisches Gedicht Einzug in einen dramatischen Text (Intermedialität). Inhaltlich wird das Verhältnis zwischen Menschen und Göttern thematisiert.

Die Parzen sind in der römischen Mythologie Schicksalsgöttinnen. In der griechischen Tradition werden sie als Moiren (Einzahl: Moira) bezeichnet. Diese Göttinnen legen das Schicksal von Menschen und Göttern fest und sind sehr mächtig. Iphigenie hat ihr Lied in ihrer Kindheit häufig gehört: „Vor meinen Ohren tönt das alte Lied -/Vergessen hatt’ ich’s und vergaß es gern -/Das Lied der Parzen, das sie grausend sangen,/Als Tantalus vom gold’nen Stuhle fiel“ (S. 62). Es wurde von den Parzen gesungen, um das Schicksal des Tantalus zu kommentieren: „So sangen die Parzen“ (S. 63).

In der ersten Strophe wird gerufen, dass die Menschen sich vor den Göttern fürchten sollen, weil sie die ewige Macht innehaben. Die Herrschaft der Götter sei lediglich...

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