Interpretation

Wie alle Texte Goethes bietet auch sein Drama „Iphigenie auf Tauris“ eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten für Interpretationen und Deutungen. In diesem Dokument haben wir uns entschieden, zuerst das Parzenlied, ein Bestandteil von Iphigenies Monolog zu deuten. Anhand des von Iphigenie vorgetragenen Parzenlieds wird ein zentrales Thema des Dramas verdeutlicht. Es geht um die Autonomie der Menschen im Angesicht der Götter. Das ursprüngliche Menschenbild im Drama ist das eines schwachen, fremdgesteuerten Menschen, dessen Leben und Schicksal abhängig sind vom Willen der Mächtigen und der Götter. In Goethes Drama „Iphigenie auf Tauris“ sehen sich Orest und Iphigenie als Nachfahren von Tantalus vom Schicksal belastet und hadern mit ihrer Herkunft.

Iphigenie vertritt das Prinzip der Humanität. Das heißt, sie fordert einerseits, den Menschen mit allen seinen Eigenschaften zu respektieren und zu akzeptieren, und tritt andererseits für die Gleichheit aller Menschen ein. Autonomie, Menschenbild, Humanismus, Mythos und Fluch haben wir für Euch näher untersucht und beleuchtet. Mit Textbelegen unterstützt und leicht verständlich formuliert, hilft es dabei, den Text besser zu verstehen und ihn in seiner Komplexität und Bedeutung klarer zu erfassen. Außerdem ergeben sich aus unseren Überlegungen für Euch sicher noch weitere Anknüpfungspunkte, um sich mit dem Stück zu befassen.