Sprache und Stilmittel

Die Verse, die Goethe in „Iphigenie auf Tauris“ so kunstvoll gestaltet, sind fast ausnahmslos in fünfhebigen Jamben verfasst. Das heißt, es gibt in einem Vers sowohl fünf Hebungen als auch fünf Senkungen: „Heraus in eure Schatten, rege Wipfel“ (S. 9). Des Weiteren handelt es sich um Blankverse, und es gibt keine Reime. Auch der englische Dramatiker William Shakespeare verwendete diese Versform in seinen elisabethanischen Dramen.

Goethe wurde durch Karl Philipp Moritz’ Schrift „Versuch einer deutschen Prosodie“ (1786) auf diese Form des Schreibens aufmerksam und wandte sie auf seine „Iphigenie“ an. Dabei muss die Sprache sich der Versform unterordnen. Das heißt, nicht der Inhalt steht im Vordergrund, sondern die ästhetische Form. Aus diesem Grund erscheinen Satzkonstruktionen teilweise verschoben und sind auf den ersten Blick nicht sofort verständlich. Bedeutende Ausnahmen in der Versform bilden das Parzenlied im 4. Aufzug und die Selbstoffenbarung Orests im 3. Aufzug. An diesen Stellen wird das Versmaß unterbrochen.

Mittel der sprachlich...

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