Aktanalyse 3. Aufzug

1. Auftritt

Iphigenie begegnet zum ersten Mal ihrem Bruder Orest; sie erkennen einander jedoch nicht sofort. Orest fragt Iphigenie nach ihrer Herkunft, woraufhin die Priesterin ihm mit einer Gegenfrage antwortet und darum bittet, das zu bestätigen, was ihr Pylades zuvor über Troja und ihre Familie berichtet hat. In diesem Zusammenhang offenbart sich Orest als Muttermörder („ihr eigen Blut gab ihr den Tod“ (S. 39)).

In diesem Aufzug wird der Zuhörer oder Leser über Orests Leben informiert. Ebenso wie Iphigenie nicht über das Schicksal ihres jüngeren Bruders Bescheid wusste, lernt auch der Rezipient den Mörder nun kennen. Die Reue, die dieser fühlt, und die Selbstvorwürfe, die er sich macht, sind ein dominantes Thema im 1. Auftritt des Aufzuges. Orest hält es nicht aus, seine wahre Identität vor Iphigenie zu verheimlichen. In dem Vers vor seiner Offenbarung wird auf sprachlicher Ebene die strenge Versform durchbrochen: „Sei Wahrheit!/Ich bin Orest! und dieses schuld’ge Haupt/Senkt nach der Grube sich und sucht den Tod“ (S. 41), was die Wichtigkeit der Stelle für den weiteren Handlungsverlauf verdeutlicht.

Nach seiner Offenbarung verzweifelt Orest vollkommen an seiner Situation und erscheint lebensmüde. Iphigenie gibt sich ihm als seine Schwester zu erkennen. Damit stehen beide in einem Gegensatz z...

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