Kaiser Maximilian

Der schwache Regent

Obwohl Kaiser Maximilian die höchste Instanz in dem Heiligen Römischen Reich repräsentiert, nimmt er eine vergleichsweise zurückhaltende und wenig schillernde Position in Goethes Drama Götz von Berlichingen ein. Mit seinem einzigen Auftritt in der Mitte des Dramas (Akt 3, Szene 3) wird er dennoch in das Schauspiel zumindest formal und zentral integriert.

Der schwache Regent verkörpert als Figur im Stück das allmähliche Schwinden seiner Macht und die zunehmende Auflösung des Kaiserreiches. Auch sein fortgeschrittenes Alter und die Tatsache, dass er schwer krank ist (vgl. S. 97, Z. 5-9), symbolisieren den Verfall seiner Macht. Der Kaiser ist eine Figur, die dem Niedergang geweiht ist und die nicht dazu imstande ist, sich diesem entgegenzusetzen. Er lässt sich stattdessen von dem Bischof und den Fürsten, die seinen Stand wirklich auflösen wollen, einnehmen.

Die dritte Szene des dritten Akts zeigt ihn in einer Unterredung mit Weislingen, die seine charakterliche Schwäche sichtbar macht. Zwei Kaufleute beschweren sich bei ihm über Götz von Berlichingen, der sie überfallen und beraubt habe. Sie fordern für ihn eine hohe Strafe und erhoffen sich Schutz vom Kaiser, der sich allerdings von ihnen gestört fühlt.

Der Kaiser ist mit den ständigen „Händel“ (S. 58, Z. 7) im Reich und mit dem Anliegen der Kaufleute überfordert. Er selbst beurteilt seine Regentschaft als missglückt, denn in dieser gab es „so viel halbe, so viel verunglückte Unternehmungen“ (S. 57, Z. 15/16).  Weislingen schickt die Kaufleute fort und vertagt das Gespräch auf einen späteren Zeitpunkt. Während der Kaiser noch zögert, Götz und Selbitz zu bestrafen, ...

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