Neue Liebe, neues Leben

Einleitung, Aufbau, Reimschema, Metrik und Kadenz

Das Gedicht „Neue Liebe, neues Leben“ von Johann Wolfgang von Goethe wurde im Jahr 1775 verfasst und bildet einen Bestandteil der Lili-Gedichte, welche die intensive Beziehung des Dichters mit der Tochter eines Frankfurter Bankiers, Anna Elisabeth Schönemann, reflektieren. Der Text wurde noch im selben Jahr im zweiten Band der Zeitschrift „Iris“ von Johann Georg Jacobi (1740- 1814) veröffentlicht.

Die Verse beschreiben die verworrene Gefühlswelt eines Lyrischen Ich, welches sich nach seiner Geliebten sehnt und von dieser trotz der Versuche, sich von ihr loszureißen, immer wieder angezogen wird.

Das Gedicht weist eine einfache Form auf. Es ist in drei Strophen gegliedert, von denen jede jeweils acht Verse enthält. Das Metrum ist ein regelmäßiger vierhebiger Trochäus, mit einer Ausnahme in der vorletzten Verszeile der dritten Strophe. Das Reimschema des Gedichts ist abab cc dd efef gg hh ijij kk ll. Es enthält dementsprechend in jeder Strophe einen Kreuzreim, auf den schließlich zwei Paarreime folgen.

Durch die Aufteilung des Reimmusters kommt nach der vierten Verszeile in jeder Strophe eine Zäsur zustande, die eine kleine Pause signalisiert und auf den Beginn eines neuen Gedankens hinweist. Die Kadenzen sind in den ersten und dritten sowie den fünften und sechsten Versen der einzelnen Strophen weiblich, die weiteren Verszeilen weisen eine männliche Kadenz auf. Die Verse mit der weiblichen Kadenz haben insgesamt acht, die Verse mit der männlichen Kadenz sieben Silben, eine Ausnahme lässt sich auch hier in der vorletzten Verszeile der dritten Strophe verzeichnen.

Der Titel „Neue Liebe, neues Leben“ ist anhand eines Parallelismus und einer Alliteration sehr geschickt und elegant konstruiert. Er klingt wie eine Sentenz.

Die erste Strophe

In der ersten Strophe spricht das Lyrische Ich wiederholt sein Herz an: „Herz, mein Herz“. Das Herz, welches hier für das Lyrische Ich selbst steht, erscheint daher personifiziert und ein eigenes Bewusstsein besitzend. Dennoch geht es hierbei um einen schlichten Monolog des Sprechers mit sich selbst.

Die Fragen „was soll das geben? / Was bedränget dich so sehr?“ sind durch Alliterationen geprägt. Sie dienen als rhetorische Fragen (Schein...

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