Herbstgefühl

Das Gedicht „Herbstgefühl“ wird zum ersten Mal im Jahr 1775 in der Zeitschrift „Iris“ veröffentlicht. Dieses Jahr bringt für Goethe große Veränderungen mit sich: Im Herbst verabschiedet sich der Dichter von seiner gewohnten Umgebung, verlässt seine Verlobte Lily Schönemann und bricht zu einem neuen Leben nach Weimar auf, wo er als Politiker und Verwaltungsbeamter im Dienst des Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar tätig wird. Seine Reise tritt Goethe im November 1775 an.

„Herbstgefühl“ ist ein typisches Werk des „Sturm und Drang“. Das Dichtergenie hat sich entschieden, die 16 Verszeilen ohne Reime und festem Metrum zu gestalten. Der Leserhythmus wird durch die Interpunktion und die vielen Enjambements erheblich beeinflusst, wobei die Interpunktion eine Pause und ein Enjambement die fließende Verbindung zwischen zwei Verszeilen bedeutet.

Die Thematik des Gedichts ist für die Epoche charakteristisch. In einer anmutigen Sprache wird die Natur und ihre Wahrnehmung durch den Menschen dargestellt. In den ersten sechs Zeilen des Gedichts fordert das lyrische Ich in Imperativen wie  „grüne“, „quellet“ und „reifet“ die Weintrauben am Rebengeländer seines Hauses auf, zu wachsen und zu gedeihen. Als „Zwillingsbeeren“ werden die Weint...

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