Grenzen der Menschheit

Einleitung

Die Ode „Grenzen der Menschheit“ von Johann Wolfgang von Goethe entstand um 1780 und wurde zum ersten Mal im Jahr 1789 publiziert. Der Dichter kehrte ein Jahr zuvor von seiner Italienreise zurück, die er als Befreiung von seinen politischen Verwaltungstätigkeiten am Hof des Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar wahrnahm, welche seine dichterischen Anfänge in starkem Maße behinderten.

Nach den zwei Jahren in Italien gab Goethe alle öffentlichen Ämter auf und entschied sich für das Leben als Künstler. Kurz darauf lernte er Friedrich Schiller kennen und es begann eine intensive und fruchtbare zehnjährige Zusammenarbeit, welche die Epoche der Klassik in besonderem Maße prägte. Auch dieser Text, obschon vor dem Treffen mit Schiller entstanden, gehört zu den Anfängen der Klassik und thematisiert das zeitlich begrenzte Dasein des Menschen.

Eine kurze Zusammenfassung der einzelnen Strophen lässt den Gedankengang des Lyrischen Ichs erkennen. In der ersten Strophe bekundet der Sprecher seine Unterwürfigkeit unter das Göttliche. In den beiden nachfolgenden Strophen stellt er die These auf, dass der Mensch sich mit den Göttern nicht messen darf, und begründet diese bildlich mit der geringen Größe und Reichweite des Menschen. In der vierten Strophe stellt er schließlich die Frage nach dem Unterschied zwischen Göttern und Menschen, die er erneut metaphorisch beantwortet. Die in diesem Zusammenhang verwendete Bildlichkeit der Sprache verdeutlicht die Endlichkeit des Menschen vor der göttlichen Ewigkeit.

Aufbau, Reimschema, Metrik und Sprachrhythmus

Das Gedicht gehört der Gattung der Ode an. Es weist fünf Strophen auf. Die ersten beiden Strophen bestehen aus zehn Versen, die beiden nachfolgenden aus acht Versen, schließlich weist die letzte Strophe nur sechs Verse auf. Die Verse besitzen keinen Endreim, es ist folglich kein Reimschema vorhanden.

Auch ein festes Metrum ist nicht erkennbar. Auffällig ist jedoch die Tatsache, dass sich in den ersten drei Strophen überwiegend Trochäus und Daktylus finden lassen, während die letzten beiden Strophen gehäuft auf einen Jambus zurückgreifen. Dieser ...

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