Ein Gleiches

Am 7. November 1775 beschließt Goethe, der Einladung des Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar zu folgen. In den ersten zehn Jahren in Weimar macht der Dichter eine rasante Karriere als Politiker und Verwaltungsbeamter. Als Inhaber zahlreicher Regierungsämter hat er nicht mehr genug Zeit zum Schreiben. Viele seiner Werke kann er nicht vollenden. Während dieser Zeit  erschafft er jedoch eine Vielzahl schöner Gedichte.

Eines davon ist „Wandrers Nachtlied“, welches oft auch den Titel „Ein Gleiches“ trägt. Ursprünglich ist dieses Gedicht ohne Titel gewesen. Es wird von Goethe im hoch gelegenen Jagdhaus auf dem Kickelhahn bei Ilmenau mit einem Bleistift an die Bretterwand geschrieben und stellt folglich eine schnelle Improvisation von ihm dar. Als Entstehungsdatum setzt der Autor den 7. September 1783 fest. Es scheint sich jedoch um einen Gedächtnisfehler zu handeln, da Goethe sich nachweislich zu diesem Zeitpunkt nicht dort aufgehalten haben kann. Es ist dagegen erwiesen, dass er am 6. September 1780 in diesem Jagdhaus Zeit verbrachte.

In einer Ausgabe seiner Werke platziert Goethe dieses Gedicht unter einem anderen mit der Überschrift „Wandrers Nachtlied“ und betitelt es mit „Ein Gleiches“. Es ist wahrscheinlich, dass damit die Identität der Überschriften gemeint ist. Die Inhalte der Gedichte kontrastieren jedoch auf den ersten Blick miteinander (Siehe „Wandrers Nachtlied“). Während das erste Werk die Unruhe eines Wanderers und seinen Wunsch nach Frieden ausspricht, scheint die Thematik des zweiten Gedichts die Ruhe zu sein. Bei einem genaueren Blick entdeckt man jedoch Verweise auf die thematische Ähnlichkeit zu seinem Vorgänger.

„Wandrers Nachtlied“ besteht aus acht metrisch ungebundenen Verszeilen, einem Kreuzreim und einem umarm...

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