Verhältnis zwischen Faust und Mephisto

Das Verhältnis zwischen Mephistopheles und Faust wird bereits im „Prolog im Himmel“ offenbart. Von dem Herrn bekommt Mephistopheles die Erlaubnis, Faust durch sinnlich-körperliche Genüsse in Versuchung zu führen. Er tritt als teuflische Figur in Menschengestalt in Erscheinung, die das Böse, einen Teil der dunklen Macht, verkörpert und den nach göttlicher Wahrheit strebenden Faust von seinem „guten“ Weg abbringen will.

Dieser Ausgangspunkt bildet die Grundlage für die weitere Handlung. Mephistopheles und Faust sind zunächst damit eine Art Gegenspieler, die gegeneinander agieren. Indem Mephistopheles Faust in seine Welt hineinführt, steht er ihm auch als „Berater“ zur Seite, der so Fausts Handeln lenkt und manipuliert und mit ihm zusammen agiert.

Als Mephistopheles sich vor Faust zu erkennen gibt, ist dieser in einem Zustand völliger Verzweiflung. Als höchst gebildeter und studierter Mensch muss er feststellen, dass ihm die Wissenschaft nicht zu einer göttlich-metaphysischen Erkenntnis verhelfen kann. Die Buchgelehrsamkeit erscheint ihm als tote Materie, die ihm von allem Lebendigen trennt. Faust sind die unmittelbaren Freuden des Lebens fremd. Trotzdem ist ihm bewusst, dass das triebhafte Verlangen nach „derber Liebeslust“ (Z. 1114, S. 35) auch Teil von ihm ist.

Fausts Bestreben ist es aber, beide Seiten zu vereinen und so zu einer Ganzheit zu gelangen. Diese Voraussetzung ist ent...

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