Rousseau

Werthers Idee der menschlichen Natur kommt an mehreren Stellen des Werkes zur Sprache und reflektiert Goethes Begeisterung für die Ideen des französischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau, der als einer der wichtigsten Vertreter der französischen Aufklärung großen Einfluss auch auf das philosophische Denken in Deutschland hatte. Er gilt mit seinen Ideen zudem als einer der Vorbereiter der Französischen Revolution.

Rousseau vertritt die These, dass der Mensch zwar frei geboren wird, dennoch aber aufgrund der Gesellschaft wie ein Sklave in Ketten liegt. In seinem berühmten Werk „Du contrat social“ stellt er die These auf, dass die Künste, die Wissenschaften und die Annehmlichkeiten der modernen Zivilisation dazu führen, dass der Mensch sein Schicksal gar nicht mehr wahrnehmen kann. Besonders die obere Gesellschaftsschicht, die in Luxus lebt, verurteilt er für ihren sittlichen Verfall.

Ebenso kritisierte Rousseau 1755 in seiner „Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen“, dass durch die Organisation der Arbeit in der modernen Gesellschaft der Grundstein für die soziale Ungleichheit gelegt werde. Wenige bereichern sich an der Arbeit von sehr vielen Menschen, die dafür nicht den gerechten Lohn erhalten. Mit ihrem Vermögen wiederum fördern diese Wenigen die politischen Strukturen, die dieses Ausbeutungsverhältnis politisch etablieren. In diesem Sinne ist dann auch Werthers folgende Bemerkung zu verstehen: „Wenn ich die Einschränkung ansehe, in welcher die tätigen und forschen...

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