Natur

Die Natur ist in „Die Leiden des jungen Werther“ in zweierlei Hinsicht ein strukturgebendes Element. Zum einen gibt sie dem Erleben Werthers eine Rahmenhandlung, zum anderen sieht Werther in ihr einen Spiegel seiner Seele. Davon nochmals abzugrenzen ist Werthers Idee der menschlichen Natur.

Werther kommt im Mai 1771 in Wahlheim an und freut sich über den Frühling, der zu dieser Jahreszeit kurz vor seinem Ende steht. Die Natur blüht auf, ganz so wie Werther, der darüber zum Maikäfer werden möchte (S. 6). Die „unaussprechliche Schönheit der Natur“ (S. 6) und „diese Jahreszeit der Jugend“ (S. 6) lassen sich analog zu der bevorstehenden Bekanntschaft mit Lotte deuten. Die beiden jungen Erwachsenen Lotte und Werther stehen im Frühling ihres Lebens.

Betrachtet man das Geschehen in der Natur als Rahmenhandlung, so deutet sich der entstehende Konflikt bereits beim ersten Treffen Werthers und Lottes an. Am Abend des Balls zieht ein Gewitter auf, das als Metapher für das drohende Unheil gedeutet werden kann, welches den beiden bevorsteht. Das Gewitter zwingt sie zudem, länger als geplant, nämlich die ganze Nacht, auf der Feier zu verweilen. In dieser Nacht verfällt Werther Lotte voll und ganz.

Mit Anbruch des Herbstes des Jahres 1771 bricht Werther dann auch aus Wahlheim auf, um sich von Lotte zu entfernen und wieder zur Ruhe...

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