Charakterisierung Wilhelm

Wilhelm ist die Person, die im Werk eine wichtige Stellung einnimmt, aber am wenigsten beschrieben wird. Über sein Aussehen, sein Alter und seine Beziehung zu Werther werden keinerlei Angaben gemacht. Der lockere Schreibstil, der intime Bericht über Liebschaften und innere Auseinandersetzungen lassen aber darauf schließen, dass Wilhelm ein guter und wahrscheinlich gleichaltriger Freund ist. Die Tatsache, dass Werther ihn als „Gelehrten“ (S. 20) bezeichnet, lässt den Leser vermuten, dass es ein Studienkollege sein kann.

Nie wird einer seiner Briefe abgedruckt. Sein Verhalten und seine Bemerkungen zu den Erlebnissen und Ausführungen Werthers lassen sich daher nur indirekt aus den Briefen erschließen, die Werther an seinen Freund richtet.

Wilhelm scheint auch ein gläubiger Mensch zu sein, denn er empfiehlt Werther, sich der Religion zuzuwenden (S. 105). Für die Religion hat Werther großen Respekt, denn obwohl er auch dort keine Ruhe und Frieden finden kann, tritt er der Religion mit sehr viel Demut gegenüber: „Ich ehre die Religion, das weißt du, ich fühle, dass sie manchem Ermatteten Stab, manchem Verschmachtenden Erquickung ist. Nur – kann sie denn, muss sie denn das einem jeden sein?“ (S. 105.)

Wilhelm setzt sich trotz aller Konflikte und Meinungsverschiedenheiten immer wieder für seinen Freund ein und bewegt ihn schließlich dazu, sich bei einem Minister um eine Stelle zu bewerben (S. 63), damit...

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