Trauer

Einleitung

Das Gedicht "Trauer" von Johann Ludwig Tieck wurde im Jahr 1796 verfasst und thematisiert eine unglückliche, vergangene Liebe. Es besteht aus vier Strophen. Der Aufbau ist unregelmäßig, so enthält die erste Strophe 12 Verszeilen, die zweite 6 Verszeilen, die dritte 8 und die vierte erneut 6 Verszeilen. Dieser Struktur entspricht die Tatsache, dass das Gedicht kein festes Metrum hat. Die Kadenzen variieren nur in der dritten Strophe gleichmäßig. 
Das Reimschema des Gedichts ist ababccdeedff ghghgee ijijklkl eemnmn. Es handelt sich folglich um Kreuzreime, Paarreime und umschließende Reime, welche ausschließlich aus reichen und aus rührenden Reimen gebildet werden.

Analyse

Erste Strophe

In den ersten beiden Verszeilen verweist der Sprecher mit einer Naturbeschreibung darauf, dass die Bäume bereits winterlich rauschen. Die Assonanz "so"-"schon" betont die Tatsache, dass der Sommer mit seiner Windstille und Ruhe bereits vorbei ist und nun raue Winde die Bäume zum Rauschen bringen. 

Der Winter als kalte und dunkle Jahreszeit sowie das Ende des Jahres suggerieren die Vergänglichkeit, wie es in den beiden folgenden Verszeilen angedeutet wird: "Es fliegen die Träume der Liebe davon!". Die Alliteration betont die pessimistische Botschaft der Zeilen: Die Beziehung zweier Liebenden ist zu Ende gegangen und ihre gemeinsamen Träume und Wünsche für die Zukunft verschwinden mit ihrer Liebe.

In den Zeilen 5 bis 12 folgt die Beschreibung einer Landschaft. Wolken ziehen über weite Landschaften und die "Berge stehn kahl". Auch diese Landschaftsbeschreibung verweist auf den herannahenden Winter, denn der Himmel ist nicht mehr klar und sonnig wie im Sommer, sondern ist von Wolken überzogen und die winterlichen Berge sind nicht mehr von grünem Gras, Blumen und Bäumen geschmückt. 

Außerdem "schneidet ein Regen / Dem Wandrer entgegen". Die Assonanz betont das Geschilderte und weckt den Eindruck einer grauen, rauen und kalten Stimmung. Die neunte Verszeile ist mit der folgenden durch die Anapher "Dem"-"Der" verbunden. Die zehnte Verszeile eröffnet das Motiv der Nacht, indem sie verkündet, dass der personifizierte Mond ins Tal hinabschaut. Auch die Nacht kann für die Vergänglichkeit stehen und eine dunkle und kalte Atmosphäre evozieren. 

Die beiden letzten Verszeilen der Strophe berichten von einem "Klagelied", das aus der Dämmerung und dem Wald "schallt". Es kann sich um ein tatsächliches Lied des Wanderers handeln oder die Naturgeräusche als solche versinnbildlichen. Di...

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