Lied eines Jägers aus "Der Runenberg"

Einleitung, Form und Metrik

„Das Lied eines Jägers“ entstammt dem Werk „Der Runenberg" Johann Ludwig Tiecks aus dem Jahr 1804. Es wird zu Beginn des Märchens von einem Jägersmann namens Christian gesungen, dem Protagonisten des Geschehens. Er ist zwischen der Berglandschaft um den Runenberg sowie dem Tal, seinem Familienleben mit seiner Frau und seinen Kindern sowie einer zauberhaften Unbekannten, die er am Runenberg sah, hin- und hergerissen. Am Ende siegen jedoch der Runenberg und die schöne Unbekannte, welche sich als ein altes Waldweib entpuppt. Das Familienleben Christians scheitert. Mit seiner Entscheidung stürzt er sich selbst und seine Nächsten ins Verderben.

Das Märchen ist auf mehrfache Weise typisch für die Epoche der Romantik. Zum einen vereint es Lyrik und Prosa im Sinne der romantischen Universalpoesie in sich, zum anderen thematisiert es das epochentypische Motiv der Gegensätzlichkeit zwischen der christlichen und der heidnischen Welt.

Die heidnische Welt wird durch die steinige Bergwelt und die zauberhafte Unbekannte symbolisiert, das Tal und die Familie Christians stehen dagegen für die christliche Opposition. Auch die beiden Berufe des Protagonisten als Jäger und als Gärtner spiegeln diese Zerrissenheit wider. Als Jäger bringt Christian den Tieren in der Natur den Tod, während er als Gärtner die Natur hegt und pflegt. Die Entscheidung für die heidnische Welt stürzt ihn ins Verderben, welches eine mahnende Konsequenz darstellt.

Das Lied Christians besteht aus 5 Strophen zu je 5 Versen. Das Metrum ist ein vierhebiger Trochäus. Die Kadenzen variieren in jeder Strophe nach dem gleichen Muster. Auf eine weibliche Kadenz folgt eine männliche, dann wieder zwei weibliche und eine männliche am Ende der Strophe. Das Reimschema entspricht den Kadenzen, so reimen sich die weiblichen und die männlichen Enden einer Strophe. Das Reimschema ist abaab cdccd efeef ghggh ijiij. Dabei sind alle dreifachen Reime reich und alle zweifachen Reime rührend.

Analyse

Erste Strophe

In der ersten Strophe beschreibt das Lyrische Ich des Liedes die Situation, in der ein junger Mann auf die Jagd geht. Froh "und lustig" bewegt er sich durch die steinige Berglandschaft. Die Assonanz betont seine heitere Stimmung. Er wartet auf seine Beute, die in den kleinen Wäldern oder Gehölzen erscheinen soll, wie es der Ausdruck "grünlebendgen Hainen" ausdrückt. Die Alliteration "Seine" – "Sucht" verbindet die dritte und die letzte Verszeile der Strophe und transportiert damit die Botschaft, nämlich, dass der Jäger dazu bereit ist, auf seine Beute lange und geduldig zu warten...

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