Das Böse und das Gute

Radikaler Gegensatz

Das Prinzip von Gut und Böse ist in der „schwarzen Spinne“ insbesondere in der ersten Binnenerzählung zu finden, welche mit der idyllischen Rahmengeschichte kontrastiert. Dabei geht das Böse zunächst vom Grundherrn Hans von Stoffeln aus, der von den Bauern unerfüllbare Frondienste verlangt. Aber auch die Bauern werden schuldig, denn sie gehen immer den Weg des geringsten Widerstands.

Zunächst sind die Männer völlig verzagt. Sie wissen nicht, ob sie das unerwartete Angebot des grünen Jägers annehmen sollen, der die Buchen für sie auf den Bärhegenhubel bringen will. Schließlich erscheint es ihnen undenkbar, dafür einen Säugling zu opfern. Allerdings gibt es bald auch Überlegungen, genau dies doch zu tun: „Sie begannen zu rechnen, wie viel mehr wert sie alle seien als ein einzig ungetauft Kind, sie vergaßen immer mehr, dass die Schuld an einer Seele tausendmal schwerer wiege als die Rettung von tausend und abermal tausend Menschenleben“ (S.45f).

An dieser Stelle versündigen sich auch die Dörfler gegen Gott. Selbst die Notlage, in die sie durch den Auftrag von Stoffelns geraten sind, gibt ihnen in den Augen des Autors nicht das Recht, selbst auf die Seite des Bösen zu wechseln. Christine, die im Dorf fast wie eine Aussätzige behandelte Fremde, nimmt den Bauern die Entscheidung bezüglich des Grünen ab. Sie sagt ihm, wenn auch zögerlich, zu. Zunächst sind die Dorfbewohner Christine dafür dankbar und liegen sogar auf den Knien vor ihr (S.48).

Christine wird zum Sündenbock

Alle gehen davon aus, dass man den Grünen hereinlegen könne. Tatsächlich gelingt es, das nächste im Tal geborene Kind durch die Taufe zu retten. Nur Christine muss die Rechnung für diese Vertragswidrigkeit bezahlen. Auf ihrer Wange wächst unter schrecklichen Schmerzen eine Spinne. So ist es nicht zu verwundern, dass die „Lindauerin“ bald alles tut, um dem Satan das nächste Neugeborene zu bringen.

Als jedoch auch das zweite Kind getauft wird, gebiert das Untier auf der Backe zahlreiche Kinder. Diese töten das Vieh in den Ställen. Daraufhin äußert einer der Bauern, „das Beste schiene ihm, Christine totzuschlagen, sei einmal die tot, so könnte der Grüne an der Toten sich halten, hätte keine Handhabe mehr an den Lebendigen“ (S.65). Hier zeigt sich seine offene Bereitschaft zum Mord. Das ...

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