Die politische Entwicklung

Sechs Wechsel innerhalb weniger Jahrzehnte

In die Lebenszeit von Jeremias Gotthelf fallen mehrere politische Wechsel, mit denen sich die Schweizer Bevölkerung auseinandersetzen musste. Seine Epoche war durch kriegerische Konflikte, starke wirtschaftliche Probleme und die Gesellschaft umwälzende Revolutionen geprägt. Die sich anbahnenden liberalen Strömungen mussten erst sehr langsam in den Köpfen der Menschen verankern, bis sie sich schließlich im Außen durchsetzen konnten.

Die politische Struktur der Schweiz sowie des Kantons Bern, in dem Gotthelf lebte, erfuhr während dessen Lebenszeit eine Reihe bedeutender Änderungen. Daher kann man mit Recht behaupten, dass in dieser Periode mehr politische Wechsel stattfanden als in den beiden Jahrhunderten davor.

Zu den Umbrüchen, die Gotthelf als Kind und Jugendlicher erlebt hat, gehörte 1798 die Verkündigung der Helvetischen Republik. 1803 wandelte sich zudem aufgrund der Mediation (Vermittlung) Napoleons die zentralistisch ausgerichtete Republik in die föderalistische Schweizerische Eidgenossenschaft um. Damit war die Schweiz als eine Art Satellitenstaat der französischen Allianz in Europa beigetreten. Alle Bestrebungen, die Neutralität des Landes zu erreichen, waren zunichte gemacht.

Europa schüttelt das Joch Napoleons ab

In den Freiheitskriegen – geistesgeschichtlich die Zeit der Klassik und Romantik - versuchten die europäischen Großmächte dann, die ungeliebte Fremdherrschaft loszuwerden. Nach dem Sieg Preußens sowie Englands über Bonaparte bei Waterloo kam es als Folge des zweiten Pariser Friedens zu einer Periode der Restauration. So wandte sich der Vordenker des Wiener Kongresses, der Österreicher Clemens Wenzel Fürst von Metternich (1773-1859), massiv gegen jedes revolutionäre Denken.

Die während und nach der Herrschaf...

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