Die gesellschaftliche Entwicklung

Industrialisierung und Verelendung

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden in der Schweiz wichtige Errungenschaften eingeführt, wie der Telegraph, die Eisenbahn sowie der Kunstdünger. Gotthelfs Leben fällt in die Ära der ersten industriellen Revolution, welche sich von Großbritannien aus über ganz Europa ausbreitete. Die Vorherrschaft der traditionellen Handspinnerei ging damit zu Ende.

1801, als die Schweiz noch von den napoleonischen Truppen besetzt war, installierte man die ersten Spinnmaschinen in St. Gallen. Caspar Escher gründete 1805 die erste heimische Fabrik, in der solche Maschinen hergestellt wurden. Zu diesem Zeitpunkt war die Schweiz eines der am stärksten industrialisierten Länder. In der „schwarzen Spinne“ ist diesbezüglich die Rede von einem rauchenden „Dampfkessel“ (S.10).

Die menschliche Arbeitskraft wurde in der Folge immer weniger benötigt. Das Ergebnis war eine Verelendung der unteren Schichten, die nun entweder arbeitslos wurden oder immer weniger bezahlt bekamen. Im sich neu herausbildenden Proletariat mussten auch die Frauen und Kinder mit anpacken, damit es zum Überleben reichte. Teilweise wurde bis zu 90 Stunden pro Woche geschuftet.

Da die Konkurrenz der bald massenhaft eingeführten Baumwolle immer stärker wurde, wurde innerhalb kurzer Zeit die Leinwandindustrie im Emmental ruiniert. 12.500 Menschen mussten entlassen werden. In einer Zeit ohne jede soziale Absicherung bedeutete das den sicheren Absturz in die Armut.

Marx und Engels verfassen eine Protestschrift

Noch zu Lebzeiten Jeremias Gotthelfs führte dies zur Niederschrift des die rücksichtslosen Fabrik- und Großgrundbesitzer anklagenden ...

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