Hans von Stoffeln

Der Ordensritter aus der Fremde

Eine der Hauptfiguren der ersten Binnenhandlung, die um das Jahr 1230 spielt, ist Hans von Stoffeln. Der Ritter und Komtur (Vorsteher) des Deutschen Ordens in Sumiswald hat sich im Heidenland aufgehalten, um dort für den christlichen Glauben zu kämpfen (S.28, 84). Es wird außerdem betont, dass von Stoffeln ursprünglich aus Schwaben in den Kanton Bern kam, also in mehrfacher Hinsicht ein Fremder ist (ebd.). Gleich zu Beginn wird vom erzählenden Großvater des Weiteren die Tatsache erwähnt, dass von Stoffeln „einer der Wüstesten“ (ebd.) aller Ritter war.

Über das Aussehen des Komturs erfährt der Leser Folgendes: Er ist „ein wilder, mächtiger Mann, der einen Kopf hatte wie ein doppelt Bernmäß, Augen machte wie Pflugräder und einen Bart hatte wie eine alte Löwenmähne“ (S.30).  Er ist also bereits ein älterer Mann. Ebenso einschüchternd wie Hans von Stoffelns Äußeres ist seine donnernde Stimme (S.31ff). Diese tönt „wie aus einer hundertjährigen Eiche“ (S.31), ist also sehr tief.

Den im Mittelalter aus der Geburt sich ergebenden Stand hält von Stoffeln für gottgegeben. Er glaubt, dass der Schöpfer einen Unterschied macht zwischen einem Bauern und einem Ritter. Schließlich hätte er sie sonst nicht an ihren jeweiligen Platz gestellt (S.81).

Ein unmenschlicher Despot

Hans von Stoffeln zwingt die seiner Herrschaft unterstellten Bauern dazu, ein Schloss auf dem wilden Bärhegenhubel zu errichten. Er schimpft und flucht dann, wenn die Dinge seiner Meinung nach nicht schnell genug vorangehen. Nach über zwei Jahren, in denen die Leibeigenen mit Schlägen und Geschrei angetrieben wurden (S.29), ist der Bau endlich vollendet. Der Glaube der Bauern, sie könnten nun endlich zur Arbeit auf ihren eigenen, brachliegen...

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