Dingsymbol und Motive

Haus und Fensterpfosten

Dingsymbol des Hauses und des Fensterpfostens

Laut der „Falkentheorie“ steht im Zentrum jeder Novelle ein Konflikt, um welchen das gesamte Geschehen kreist (siehe Epoche-Abschnitt „Merkmale der Novelle“). Dieses Problem wiederholt sich innerhalb des Werks. Tritt in einer Novelle ein „Falke“ in Erscheinung, so bedeutet dies immer einen Wendepunkt.

Ein „Falke“ ist für gewöhnlich ein zentrales Motiv sowie ein Dingsymbol des Textes. In der Novelle Die schwarze Spinne stellt der Fensterpfosten den Falken dar. Dazu sind die drei zentralen Motive „Das Bauernhaus“, „Die S…

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Die schwarze Spinne

Symbol des Bösen

Die gefürchtete schwarze Spinne stellt eines der wichtigsten Dingsymbole der Novelle dar. Sie fungiert auch als Titelmotiv des gesamten Textes (siehe Analyse „Titel“).

Nach dem Kuss des Grünen entsteht die Spinne auf Christines Wange in der ersten Binnenerzählung. Da sie aus der quasi erotischen Vereinigung Christines mit dem Grünen hervorgegangen ist, steht die Spinne für die Sünde selbst (siehe Interpretation Abschnitt „Das Böse und das Gute“). Das Untier ist die direkte Konsequenz des gottlosen Teufelspakts (siehe Charakterisierung „Der Grüne“).

Nach der ersten Taufe entwickelt sich die „giftige Kreuzspinne“ (S.59) auf Christines Wange. Sie ist durch ein scheußliches Äußeres gekennzeichnet und ist als mythisches Fabelwesen mehr als ein gewöhnliches Ungeziefer.  So wirkt sie teilweise unnatürlich groß wie eine „Katze“ (S.78). 

Geburt weiterer kleiner Spinnen

Auf ihrem Rücken befinden sich glänzende Punkte sowie Streifen. Kurze, schwarze Borsten kennzeichnen den Körper dieses We…

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Die Taufe

Ein ungetauftes Kind

In Jeremias Gotthelfs weltberühmter Novelle ist eine Vielzahl von Motiven zu finden.

Das Kern- und Leitmotiv innerhalb der „schwarzen Spinne“ bildet die Taufe. Durch dieses Sakrament wird ein Kind oder Erwachsener in die christliche Gemeinschaft aufgenommen. Auch Jesus wurde von Johannes dem Täufer im Jordan getauft. Mit der Taufe gehört der Mensch nunmehr Gott an. Ohne diese Handlung ist er gemäß der christlichen Lehre dem Bösen quasi ausgeliefert.

Diesen Umstand redet der Grüne schön: „...je früher ich ein Kind erziehen kann auf meine Manier, umso weiter bringe ich es, dazu habe ich aber das Taufen gar nicht nötig und will es nicht“ (S.42). Der Teufel kann ein ungetauftes Kind, über das er Macht gewinnt, gemäß dem traditionellen christlichen Glauben zum Dämon umformen (S.125). Es geht also nicht um `Erziehung´, sondern vielmehr darum, Gott eine unsterbliche Seele abspenstig zu machen. Deshalb …

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Die Natur

In der Rahmenhandlung erscheinen die Menschen wie eingebettet in die blühende Natur. Diese schenkt ihnen – ebenso wie auch dem Vieh - Leben und Nahrung. Die Geschlechter existieren über Generationen hinweg an derselben Stelle. Hier im Schweizer Emmental ist der ihnen zugewiesene Platz.

In den beiden Binnenerzählungen zeichnet sich die treusorgende Natur allerdings durch eine umgekehrte Note aus. Sie wird geradezu zur Bedrohung. So zieht sich eine Parallele durch die Pestgeschichten aus der „s…

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Weitere Motive

Das Motiv des Bluts taucht gleich auf der ersten Seite im Zusammenhang mit dem Haus auf. Nur kurz wird am Beginn der Erzählung ein beklemmendes idyllisches Bild eingeschoben, welches dem Leser das Gefühl vermittelt, die freundliche, gottgeschaffene Natur beschütze den Menschen sowie dessen Häuser.

Gleich zu Beginn der Erzähl…

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