Entstehung, Quellen und autobiografische Bezüge

Reale Fakten und Recherchen

Erpenbeck erfährt 2013, dass im Mittelmeer ein Flüchtlingsboot gesunken ist und Hunderte von Menschen gestorben sind. Dies ist einer der Auslöser für ihr Vorhaben, ein Buch über diese humanitäre Katastrophe zu schreiben[1]. Die Autorin ist tief bewegt von den vielen Menschen, die nach Deutschland kommen, nur mit dem Nötigsten im Gepäck, manchmal nur mit ihrem Leben. Im Herbst des Jahres beginnt sie damit, sich Gedanken über ein Buch zu machen, das deren Leidensgeschichten und die Flüchtlingsproblematik thematisiert. Im Frühjahr 2014 beginnt sie mit ihren Recherchen.

Das ganze Jahr hindurch führt sie immer wieder Gespräche mit den Flüchtlingen und begleitet sie teilweise auch mit zu den Behörden. Dabei führt sie mit Absicht keine Gespräche mit den Beamten, um sich auf die Wahrnehmung der Hilfesuchenden zu konzentrieren. In dieser Zeit bekommt sie viel vom Alltag der Flüchtlinge mit. Sie begleitet ihre Verlegungen in andere Heime und ist dabei, als die Listen eintreffen, auf denen die Namen derer stehen, die in andere EU-Länder zurückkehren müssen. Da die Flüchtlinge wissen, dass sie so direkt in die Arbeitslosigkeit gehen, bleiben sie in Deutschland. Die Kirche und ein paar Privatleute helfen ihnen, mit denen Erpenbeck auch spricht. Ihr Engagement beeindruckt sie[2].

Die Gespräche mit den Flüchtlingen

Durch den Kontakt zu den Flüchtlingen erweitert sich nach und nach der Horizont der Autorin, so wie es bei Richard der Fall ist. Sie lernt, wie man Fufu isst, wie man jagt, und kann nun ihren Postboten in der nigerianischen Sprache Hausa begrüßen. Auch wenn sie von den Erzählungen der Flüchtlinge sehr bewegt ist, muss sie bei der Konzeption „beiseite treten und die Sachen von oben betrachten“.[3]

Ein Buch aus der Innensicht der Flüchtlinge kann die Schriftstellerin nicht schreiben, ohne dass es unseriös wäre, denn dazu kennt sie sich zu wenig in deren Leben aus. Die Perspektiv...

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