Hugo von Hofmannsthal

Der Österreicher Hugo von Hofmannsthal, der mit vollem Namen Hugo Laurenz August Hofmann, Edler von Hofmannsthal hieß, wurde am 1. Februar 1874 als Kind des Bankdirektors Hugo August Peter Hofmann, Edler von Hofmannsthal in Wien geboren. Da die Familie ihr vom Großvater vermachtes Vermögen während des Wiener Börsenkrachs von 1873 („Gründerkrach“) verlor, musste der junge Hugo von Hofmannsthal schon früh selbst sein Geld verdienen.

In seiner Schulzeit wurde er trotz der Geldsorgen seiner Familie von Privatlehrern unterrichtet und durfte für einige Jahre das Akademische Gymnasium in Wien besuchen, in dem er durch seine guten Leistungen auffiel und mehrere Fremdsprachen lernte.

Seine ersten lyrischen Versuche konnte er aufgrund seines jungen Alters während seiner Schulzeit nur unter einem Pseudonym veröffentlichen. Doch dies tat der Rezeption seiner ersten Werke keinen Abbruch: Schon bald wurde er zum literarischen Jung-Wien gezählt, einer Gruppe, der mehrere Schriftsteller angehörten, die sich regelmäßig trafen und untereinander austauschten.

1892 begann er auf Wunsch des Vaters ein Jurastudium in Wien, das er nach der ersten juristischen Staatsprüfung für ein freiwilliges Jahr Militärdienst und eine Reise nach Venedig unterbrach. Nach seiner Rückkehr brach er aber seine bisherigen Studien ab und widmete sich fortan dem Studium der französischen Philologie, das er 1898 mit einer Dissertation abschloss.

In den folgenden Jahren reiste Hofmannsthal sehr viel und lernte wichtige Künstler, wie Rainer Maria Rilke oder den Komponisten Richard Strauss, kennen. Diese Begegnungen waren entscheidend für seine weitere Laufbahn.

Obwohl er 1901 habilitiert wurde, entschied er sich dafür, als freier Schriftsteller zu arbeiten. Er heiratete im selben Jahr Gertrud Schlesinger. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor. In den folgenden Jahren widmete er sich ganz seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Besonders bekannt ist heute noch seine Zusammenarbeit mit Strauss, mit dem zusammen er seine wichtigsten dramatischen Werke auf die Bühne brachte und so die Salzburger Festspiele mitbegründete.

Er arbeitete darüber hinaus für die Wochenzeitschrift „Morgen“, reiste viel und unterhielt Brieffreundschaften mit teilweise auch sehr zweifelhaften Personen, wie dem nationalistisch orientierten Germanisten Josef Nadler und dem Schriftsteller Max Mell.

Während des Ersten Weltkriegs erhielt er eine Stelle im Kriegsfürsorgeamt und verfasste propagandistische Texte, die in der „Neuen Freien Presse“ abgedruckt wurden, sowie Reden. In den folgenden Jahren gab er aus Geldnot Werke anderer Schriftsteller heraus und verfasste selbst viele Texte. Bis an sein Lebensende reiste er viel. Hofmannsthal wurde mehrere Male für den Literatur-Nobelpreis vorgeschlagen, den er aber nie erhielt. Grund dafür waren unter anderem die Inhalte von Stücken, wie dem „Rosenkavalier“, oder seine antisemitischen Aussagen.

Hofmannsthal starb am 15. Juli 1929 an einem Schlaganfall, als er zur Beerdigung seines Sohnes Franz aufbrechen wollte, der sich kurz zuvor erschossen hatte. Seine Frau musste nach dem Anschluss Österreichs Deutschland verlassen, denn die Nazis hatten das gesamte Vermögen der Familie beschlagnahmt. Sie starb im November 1959 als britische Staatsbürgerin in England.