Rezeption, Kritik und Adaptionen

USA Erscheinung und deutsche Übersetzung

Nachdem Goldings Manuskript zunächst von zahlreichen englischen Verlagen abgelehnt worden ist, wird der Roman schließlich am 17. September 1954 von dem britischen Verlag Faber and Faber veröffentlicht. Zuvor hat der zuständige Lektor Charles Monteith zusammen mit William Golding den Text überarbeitet und einige Elemente der Erzählung verändert. Zum Beispiel ist eine ausführliche Darstellung des Atomkriegs aus dem Buch gestrichen worden. Auch wurden sowohl die theologischen als auch die mystischen Aspekte der Handlung abgeschwächt.

Nach Erscheinen der Originalausgabe des Romans sind viele der Kritiken positiv. Das Buch wird von dem Rezensenten als fesselnd, lehrreich, bildgewaltig und überzeugend beurteilt. Jedoch erregt es nur ein geringes Aufsehen und wird zunächst kein kommerzieller Erfolg. Einige Jahre später entwickelt sich dann aber die Taschenbuchausgabe zum Kultroman und wird ein Bestseller. 1956 erscheint die erste deutsche Übersetzung, die auch in Deutschland begeistert aufgenommen wird. 

Nach der Neuübersetzung des Romans von Peter Torberg im Jahr 2016 hebt eine Buchbesprechung des Literaturkritikers Wolfgang Schneider im Deutschlandfunk besonders die sprachlichen Fähigkeiten Goldings hervor, der zum Beispiel die Gewaltmotivik des Romans mit der Landschaftsbeschreibung in einem großartigen Bild zusammenfasst: „der im gleißenden Sonnenlicht liegende Strand sei so sauber wie eine blank gescheuerte Klinge.“ Quelle.

Der Kritiker lobt außerdem Goldings Hinweis auf den „Zusammenhang zwischen dem Chaos, das die Jungen auf der Insel angerichtet haben, und dem Kriegstaumel der Außen- und Erwachsenenwelt“, der mit dem Erscheinen des Marineoffiziers deutlich wird und die Rettung der Kinder ironisch infrage stellt. Auf diese Weise sei es dem Autor überzeugend gelungen, das bislang in der Literatur geltende „Klischee vom unschuldigen Kind“ zu widerlegen. Schneider würdigt Goldings Roman als zeitlos und so „lesenswert wie am ersten Tag. Der Durchbruch des Archaischen, die Brüchigkeit ziviler Normen – das sind ja weiterhin brisante Themen.“

Der B...

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