Nebenfiguren

Nachfolgend werden Maurice, Percival, der namenlose Junge mit Muttermal, Henry Johnny, Phil, Robert und der Marineoffizier porträtiert. In Goldings Roman sind vier weitere Nebenfiguren zu finden, die zwar namentlich genannt werden, an der Handlung jedoch nicht aktiv beteiligt sind. Diese sind: Harold (S. 23), Bill (S. 110f., S. 142, 199), Walter (S. 111) und Wilfred (S. 173). Zusätzlich gibt es eine unbekannte Anzahl ca. sechsjähriger Jungen ohne Namen, die im Buch nur als „die Kleinen“ (S. 64) bezeichnet werden. 

Maurice

Der anerkennungssuchende und naive Junge

Maurice ist der zweitgrößte von Jacks Chorknaben (S. 23), sein genaues Alter ist nicht bekannt. Zu seinem Aussehen werden ansonsten nur zwei Informationen geliefert: Er hat eine kräftige Figur und wird als „dauergrinsend“ (ebd.) bezeichnet. Letzteres könnte damit zusammenhängen, dass Maurice nur ein geringes Selbstbewusstsein besitzt und jedem gefallen möchte: Der ständig grinsende Junge sucht vor allem bei Jack nach Anerkennung und schließt sich nach dessen Trennung von Ralph Jacks Stamm an (S. 147). Außerdem meldet Maurice sich freiwillig, um Jack und Roger beim Überfall auf Piggy zu begleiten (S. 175).

Damit er innerhalb der Gruppe Aufmerksamkeit bekommt, versucht Maurice, narrenhaft zu wirken und die Kinder zum Lachen zu bringen: „Er tat so, als würde er stolpern. Er rieb sich das Hinterteil, setzte sich auf die Wippe und fiel ins Gras. (…) Percival und die anderen schauten zu (…) und lachten.“ (S. 95f.). Zudem stellt Maurice sich mehrmals bei den Jagdspielen als Schwein zur Verfügung (S. 81, 147): „Maurice als das Schwein, das sich verzweifelt bemühte, dem Speer zu entgehen, war so lustig, dass die Jungs tobten vor Lachen.“ (S. 147) 

Als einige Kinder ihre Angst vor dem möglichen Monster äußern und die Gruppe auf einer Versammlung darüber spricht, äußert Maurice die naive Idee, es könne sich dabei um einen riesigen Tintenfisch handeln. Dann erzählt er großspurig, was er angeblich von seinem Vater gehört hat: „Mein Daddy sagt, es gibt so Dinger, wie heißen die, die Tinte machen – Kalmare – die sind hunderte Meter lang und fressen ganze Wale.“ (S. 97). Die übertriebene Darstellung der Tiere durch Maurice führt bei den Jungen zu heftigen Diskussionen und steigert zusätzlich ihre Angst: „Ein Kalmar kann aber gar nicht aus dem Wasser raus! – Kann er wohl! – Kann er nicht!“ (ebd.).

Mobbing, Aggressivität und Angst

Schwächeren Jungen gegenüber verhält sich Maurice oft asozial und destruktiv. Dafür nimmt er sich ein Beispiel am zerstörerischen Benehmen Rogers, dessen Aktionen er nachmacht und am Strand die Sandburgen der Kleinen zertrampelt: „Maurice folgte ihm lachend und sorgte für weitere Zerstörung.“ (S. 65).

 Als Percival daraufhin zu weinen beginnt, hat Maurice ein schlechtes Gewissen: „Maurice eilte davon. In seinem vorigen Leben war Maurice dafür bestraft worden, einem Jüngeren Sand in die Augen geworfen zu haben. Obwohl keine Eltern anwesend waren, die mit der schweren Hand hätten ausholen können, spürte Maurice sein Unbehagen darüber, dass er sich falsch verhalten hatte.“ (S. 66). Der schuldbewusste Junge weiß zwar, dass er sich für sein zerstörerisches Verhalten entschuldigen müsste: „Im Hinterkopf bi...

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