Jack

Der rothaarige Chorleiter

Jack ist die zweite Hauptfigur in Goldings Roman Herr der Fliegen. Er ist „groß, schlank und knochig“ (S. 21), hat hellblaue Augen, rote Haare und Sommersprossen. Sein Gesicht wird zudem als „zerknautscht und (…) hässlich, aber nicht dumm.“ (ebd.) bezeichnet. 

Jack kann sehr gut singen, denn in seinem gewohnten Alltag zu Hause leitet er einen Knabenchor (S. 21): „ich bin Chorist im Domkapitel und Schülersprecher. Ich kann ein Cis singen.“ (S. 24). Bei seinem ersten Erscheinen im Buch trägt Jack nach dem Flugzeugunglück auf der unbewohnten Insel noch seine Uniform: Einen langen schwarzen Umhang sowie eine eckige schwarze Kappe mit goldenem Abzeichen (S. 21). 

Zu den sonstigen Interessen oder Fähigkeiten der Figur werden keine Informationen geliefert. Auch über Jacks Wohnort sowie seine Familie ist nichts bekannt. Obwohl das Alter des Protagonisten nicht genannt wird, zählt dieser auch aufgrund seines Amtes ziemlich sicher zu den zwölfjährigen Jungen. 

Die kurze Freundschaft des Außenseiters mit Ralph

Zu Beginn des Romans verbindet Jack eine kurze Freundschaft mit Ralph und beide vertreten in einigen Punkten die gleiche Meinung: Jack stimmt dem Anführer zu, dass kein Monster auf der Insel existiert „Ralph hat natürlich recht. Es gibt kein Schlangenmonster.“ (S. 40) und dass die Gruppe bestimmte Regeln für das Zusammenleben aufstellen muss: »Ralph hat völlig recht. Wir brauchen mehr Ordnung und müssen sie einhalten. Schließlich sind wir keine Wilden. Wir sind Engländer, und die Engländer machen immer alles am besten. Also müssen wir auch das Richtige tun.“ (S. 47). Dann bietet er großzügig seine Hilfe beim Bewachen des Signalfeuers an: „Ralph – ich teile den Chor ein – vielmehr meine Jäger – in einzelne Gruppen, und wir sorgen dafür, daß das Feuer nicht ausgeht –« (S. 47). 

Seit die Schülergruppe auf der einsamen Insel gestrandet ist, beansprucht Jack jedoch die Rolle des Einzelgängers: Er schließt keine dauerhaften Freundschaften zu anderen Jungen, denn er will sich von den anderen abgrenzen: Dazu gehört seine Forderung, dass die Gruppe ihn mit seinem Nachnamen „Merridew“ und nicht mit „Jack“ anreden soll (S. 23). Außerdem bemalt er sich das Gesicht mit Ton und Kohle, sodass er sich auch äußerlich von den Jungen unterscheidet. Im Wald ist er oft allein unterwegs, um nach Tierspuren zu suchen (S. 52ff.).

Der machtbesessene Junge

Zugleich wird schon zu Anfang der Geschichte deutlich, wie sehr Jack danach strebt, Macht über andere zu besitzen, denn er verhält er sich bestimmend und dominant. Zum Beispiel kommandiert er die Zwillinge herum: „Nein. Ihr beiden kommt mit mir.“ (S. 69) und erteilt ihnen Befehle: „Samneric, holt mir eine Kokosnuss. Eine leere.“ (ebd.).

Außerdem ist Jack sehr von sich und seinen Fähigkeiten überzeugt. Als die Gruppe zu der Erkenntnis kommt, dass sie einen Anführer braucht, sagt Jack angeberisch: „Das übernehme ich (…) ich bin Chorist im Domkapitel und Schülersprecher. Ich kann ein Cis singen.“ (S. 24) Nur widerwillig akzeptiert er anschließend Ralphs Wahl zum Oberhaupt der Gruppe: „die Sommersprossen auf Jacks Gesicht verschwanden in dem vor Demütigung rot angelaufenen Gesicht. Er stand auf, entschied sich dann aber anders und setzte sich noch unter dem Applaus wieder hin.“ (S. 24f.).

Jacks Gegenspieler

Zunächst unterstützt er Ralphs Absicht, Regeln für das Zusammenlebe...

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