Beziehung: Ralph und Jack

Zuneigung, Freundschaft und Akzeptanz

Zu Beginn des Romans Herr der Fliegen entwickelt sich zwischen den Hauptfiguren Ralph und Jack eine kurze Freundschaft:  Nachdem die Jungengruppe nach dem Flugzeugunglück auf der einsamen Insel gestrandet ist, versammeln sich die Kinder auf einer Felsenrampe (S. 12, 20). Ralph möchte zum gegenseitigen Kennenlernen eine Versammlung abhalten und fordert Jack dazu auf, mitzumachen (S. 21). Jack ist hingegen skeptisch, dass der zwölfjährige Ralph die Zusammenkunft leiten kann: „Der blonde Junge mit der cremefarbenen Muschel auf den Knien überzeugte ihn nicht.“ (S. 21), „Gibt es denn keine Erwachsenen?“ (S. 22). 

Nachdem Ralph Jacks Frage mit einem „Nein“ (S. 22) beantwortet hat, akzeptiert Jack die Situation zunächst: „Dann werden wir uns wohl um uns selbst kümmern müssen.“ (S. 22). Als die Kinder kurz darauf einen Anführer wählen, erhält Ralph die meisten Stimmen. Dieser bemerkt, dass Jack gerne selbst Gruppenleiter geworden wäre, und macht ihm daraufhin ein großzügiges Angebot: „Der Chor gehört natürlich zu dir. (…) Jack kommandiert den Chor.“ (S. 25). Der Verlierer ist Ralph für dessen Entgegenkommen dankbar und zwischen den Konkurrenten entwickelt sich eine gewisse Sympathie: „Jack und Ralph grinsten sich mit schüchterner Zuneigung an.“ (S. 25).

Dann will Ralph die Umgebung erkunden und wählt dafür zuerst Jack, dann auch noch Simon zu seinen Begleitern (S. 25). Während der folgenden Expedition akzeptiert Jack Ralphs Führung und hält sich an dessen Kommandos. Die Jungen verstehen sich gut und nachdem sie den Berg der Insel bestiegen haben, verspüren sie sogar ein Gefühl der Zusammengehörigkeit: „Sie fühlten sich erhaben, waren Freunde.“ (S. 32). Als Ralph der Gruppe versichert, „Früher oder später wird ein Schiff kommen.“ (S. 41), um sie zu retten, spendet Jack dem Freund Beifall: „Jack, der grinste und bewies, dass auch er wusste, wie man klatschte.“ (ebd.).

Während die Jungen Holz für ein Signalfeuer sammeln, helfen sich Ralph und Jack gegenseitig beim Tragen der schweren Äste und spüren auch dabei ihre Verbundenheit: „Wieder breitete sich in der Brise, den Rufen, dem schräg fallenden Licht auf dem hohen Gipfel dieser Glanz aus, dieses merkwürdige, unsichtbare Licht der Freundschaft, des Abenteuers, der Zufriedenheit. (S. 43). Dann bietet Jack Ralph an, das Feuer zu bewachen: „Ralph, ich teile den Chor – meine Jäger, meine ich – in Gruppen auf, und wir sind verantwortlich dafür, dass das Feuer nicht ausgeht.“ (S. 47).

Die ungleichen Charaktere 

Als Ralph am Abend des ersten Tags eine zweite Versammlung abhält, beginnt Jack, die Regeln des Anführers zu missachten: Er fällt ihm mehrmals ins Wort und versucht dabei, seine eigenen Ideen in den Vordergrund zu stellen: „Aber wir brauchen eine Armee – für die Jagd. Jagd auf Schweine – “ (S. 35). Als Ralph darauf hinweist, dass nur der sprechen darf, der die Muschel besitzt, unterbricht Jack ihn wieder: „Wir werden Regeln aufstellen! (…) ´nen Haufen Regeln! Und wenn sie irgendjemand bricht – „(S. 36). Als Ralph am Ende der Versammlung die Anweisung erteilt, Holz zu sammeln, um ein Feuer zu machen, übernimmt Jack eigenmächtig die Führung der Gruppe: „Kommt mit! Folgt mir!“ (S. 41). Nachdem die Jungen anschließend das Signalfeuer auf dem Berg entzündet haben, entwickelt Jack seine eigene Regel: „Hier oben auf dem Gipfel zählt die Muschel nicht“ (S. 46). 

Die gegensätzlichen Interessen

Ralph und Jack zeichnen sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Persönlichkeit durch sehr gegensätzliche Interessen aus, die im Lauf der Zeit zu Konflikten und St...

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