Rezension

Henrik Ibsen erfolgreiches Theaterstück „Nora (Ein Puppenheim)“, das 1879 veröffentlicht wird, generiert innerhalb kurzer Zeit erstaunliche Verkaufszahlen. Es erzählt die Geschichte von Nora, die, um eine lebensrettende Kur für ihren Mann zu finanzieren, die Unterschrift ihres Vaters fälscht und heimlich einen Kredit aufnimmt. Das Leben des bürgerlichen Paars scheint nach außen harmonisch zu sein, bis Torvald eines Tages Noras Geheimnis erfährt. Schlagartig kippt alles um, es kommt zum Eklat. Nora erkennt: „Unser Heim war nichts anderes als eine Spielstube. Zu Hause, bei Papa, wurde ich wie eine kleine Puppe behandelt, hier wie eine große. Und die Kinder wiederum waren meine Puppen. Das war unsere Ehe, Torvald.“, bevor sie ihr Haus noch am gleichen Abend verlässt.

Das Werk wird im selben Jahr der Erscheinung ins Deutsche übersetzt. Allerdings nimmt sich der erste deutsche Übersetzer Wilhelm Lange die Freiheit heraus, den Titel und die Namensgebung zu ändern sowie die Handlung nach Deutschland zu verlegen. Die tiefgreifendste Veränderung nimmt er allerdings am Ende des Dramas vor: Er verändert den Schluss dahin gehend, dass Nora sich besinnt und zu ihrem Mann und den Kindern zurückkehrt. Dadurch modifiziert er die gesamte ursprüngliche Intention des Autors, der über diese Veränderungen alles andere als erfreut ist. Da er sich in der damaligen Zeit aber nicht dagegen wehren kann, bleibt es fortan bei zwei verschiedenen deutschsprachigen Versionen.

Die aufkeimende Frauenrechtsbewegung kämpft ab Mitte des 19. Jahrhunderts für gleiche politische und bürgerliche Rechte der Frau. Doch...

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