Puppenhaus

Nora als Puppenkind und Puppenfrau

Bei Puppenhäusern handelte es sich ursprünglich um Kunstwerke, mit denen im 17.und 18. Jahrhundert reiche Familien ihre Häuser im Kleinformat nachbauen ließen. So konnten sie ihren Reichtum symbolisch zur Schau stellen. 1631 erschuf Anna Köferlin in Nürnberg das erste Puppenhaus, das eine erzieherische Funktion erfüllen und die Mädchen spielerisch auf ihre zukünftige Rolle als Ehe- und Hausfrau vorbereiten sollte. Im 19. Jahrhundert erlebt das Puppenhaus mit dem aufstrebenden Bürgertum eine Renaissance und ist bis heute in vielen Spielzimmern zu finden.

Der ursprüngliche norwegische Titel von Ibsens Theaterstück lautet „Et dukkehjem“, was wörtlich übersetzt „Ein Puppenheim“ bedeutet. Das Puppenhaus stellt eine Miniaturversion des gutbürgerlichen Lebens dar. Die spielerische Vorbereitung der Kinder auf ihre gesellschaftliche Rolle wird auch in der Familie Helmer gepflegt: Nora kauft für ihre kleine Tochter zu Weihnachten eine Puppe und ein Puppenbett, für die Söhne dagegen die militärischen Spielsachen Degen, Pferd und Trompete (S. 9).

Die Puppen, die sich im Puppenhaus befinden, können nicht selbstständig agieren, sondern werden durch a...

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