Gesetze und Moral

Nora: Das Recht einen Mann zu retten

Nora und Torvald argumentieren aus völlig unterschiedlichen Blickpunkten heraus bezüglich der Frage nach der Schuld. Als ihr Mann schwer erkrankt und die einzige Heilungsmöglichkeit darin besteht, dass die junge Familie für einige Zeit in den Süden reist, fühlt sich Nora dazu verpflichtet, Torvald das Leben zu retten. Da dieser es vehement ablehnt, einen Kredit aufzunehmen, muss sie mit einer gefälschten Unterschrift einen Kredit aufnehmen. Sie tut dies aus Liebe und überlegt sich diesen Schritt bewusst, auch wenn sie weiß, dass „eine Ehefrau […] doch ohne Einwilligung ihres Mannes kein Geld aufnehmen“ (S. 21) darf. Sie betrachtet sich selbst als eine klug handelnde Frau, „die ein wenig Geschäftskenntnis hat“ (S. 21) und stellt Christine die rhetorische Frage: „Ist es unbesonnen, seinem Mann das Leben zu retten?“ (S. 21).

Ein grundsätzlicher Aspekt jeder demokratisch geprägten Gesellschaft ist die Tatsache, dass vor dem Gesetz alle Menschen gleich sind, aber damals in Norwegen verfügen die Frauen und Männer nicht über die gleichen Rechte. Die Frauen besitzen zum Beispiel kein Wahlrecht und können ohne das Wissen ihres Ehemanns keinen Kredit aufnehmen. Für Nora sind es deshalb „schlechte Gesetze“ (S. 39) und sie empört sich: „Eine Tochter sollte nicht das Recht haben, ihren alten ...

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