Die beiden verschiedenen Enden des Schauspiels

Das brisante Thema und der ursprüngliche revolutionär anmutende Schluss des Schauspiels, das 1879 kurz nach seiner Veröffentlichung in Kopenhagen uraufgeführt wird, wäre dem deutschen Publikum ein Dorn im Auge, meint der deutsche Verleger. Damit rückt der problematische Umgang der Männer mit Nora in den Mittelpunkt der Handlung. Dieser kritisch dargestellte Aspekt wird deshalb zusammen mit dem Ende bewusst bei der ersten deutschen Übersetzung von Wilhelm Lange geändert, um die Thematik für das deutsche Publikum zu entschärfen.

Henrik Ibsen fühlt sich durch die durch fremde Hand gestaltete Veränderung des Schlusses so unter Druck gesetzt, dass er selbst einen Schluss schreibt, bei dem Nora bei ihrer Familie bleibt. Er will damit vorbeugen, dass sein Werk durch einen aus stilistischer Sicht schlecht formulierten Schluss eines beliebigen Autors entstellt wird. Diese Variante wird in den skandinavischen Ländern als „Berli...

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