Zeitgeschichtlicher Hintergrund

Die norwegische Gesellschaft in dem 19. Jahrhundert

Ibsens Werk „Nora“ spiegelt die tiefgreifenden Veränderungen der norwegischen Gesellschaft in dem 19. Jahrhundert durch die industrielle Revolution und den allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung wider. Viele Familien geben damals das ländliche Leben auf und übersiedeln in die Stadt, um dort einen Arbeitsplatz zu finden. Die klassische Aufteilung innerhalb der Familie, in der die Frau für den Haushalt und der Mann für das Auskommen verantwortlich sind, erfüllt in diesem Umfeld nun nicht mehr die grundlegende Funktion wie früher. Christine kommt im Stück zum Beispiel ganz bewusst in die Stadt, da sie nur hier hoffen kann, eine gute Stelle zu finden: „Darum konnt´ ich´s in dem kleinen Kaff nicht mehr aushalten. Hier muss es doch leichter sein, etwas zu finden, was einen in Anspruch nimmt und die Gedanken beschäftigt.“ (S. 18).

Ein Zeichen für die Veränderungen in der norwegischen Gesellschaft ist unter anderem der immer größer werdende Einfluss des Kapitals. Der Autor konnte in seiner Studienzeit in Oslo, aber auch ab 1851 in Bergen, wo er als Theaterlehrmeister am norwegischen Nationaltheater beschäftigt war, den Umbruch in der norwegischen Gesellschaft wahrnehmen. Die zweitgrößte Stadt Norwegens erlebte in dieser Periode eine rasche Industrialisierung, in der die Rolle der Banken und Kreditinstitute immer bedeutsamer wurde. Torvalds beruflicher Aufstieg zum Direktor einer Aktienbank im Stück verbildlicht seinen gesellschaftlichen Aufstieg. Nora ist angetan von dem Gedanken, dass ihr Ehemann eine g...

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