Rezeption, Kritik und Adaptationen

Bis heute zählen die Werke von Henrik Ibsen weltweit an den häufigsten gespielten Schauspielen. Schon die erste Veröffentlichung von „Nora oder Ein Puppenheim“ am 4. Dezember 1879 ist ein großer Erfolg, obwohl Nora ihre Familie am Ende des Stücks verlässt, was nicht in das zeitgenössische Bild der Gesellschaft passte. Die erste Auflage der norwegischen Version des Schauspiels in Höhe von 8000 Exemplaren ist bereits innerhalb eines Monats vollständig vergriffen. Im Januar 1880 wird dann die zweite Auflage in Höhe von 4000 Exemplaren, im März desselben Jahres dann die dritte Auflage mit 2500 Exemplaren auf den Markt gebracht. Diese Verkaufszahlen sind ein großer Erfolg für ein Lesedrama aus den skandinavischen Ländern.

Die Uraufführung des Stückes am 21. Dezember 1879 in Kopenhagen wird zu einem großen Erfolg, auch wenn es nicht wirklich in diese Jahreszeit passt. Es scheint so, dass das so freundlich als „Ein Puppenheim“ bezeichnete Stück, das zudem in der Weihnachtszeit spielt, eines der typischen und familienangepassten Stücke ist, die in diesem Zeitraum gespielt werden. Doch dieser Eindruck täuscht und es kommt zu einem Ende, das der Zuschauer zuerst überhaupt nicht erwartet.

Die Kritiker stehen hauptsächlich auf Torvalds Seite. Der Anwalt sei infolge „Dags-Telegrafen“ eine „feine, im Beruf energische und rechtschaffene, im Haus glückliche und angenehme Persönlichkeit, so dass sein größter Fehler der zu sein scheint, dass er ein leichtfertiges kleines Mädchen zur Frau gewählt hat.“. Sie prangern Noras Verhalten an: „Ich frage Sie: gibt es unter tausenden von Müttern eine, die sich benehmen würde, wie sich Nora benimmt, die Ehemann, Kinder und Heim verlassen würde, bloß um „ein Mensch“ zu werden?“ schreibt zum Beispiel der Theaterleiter M.W. Bruun.

Das Stück wird nachfolgend in ganz Skandinavien aufgeführt. Der große Erfolg zeigt sich auch darin, dass das W...

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