Charakterisierungen

Ibsens berühmtes Drama „Nora“ (1879) ist von einer Konzentration auf wenige Charaktere bestimmt. Insgesamt sind es fünf Personen, die wichtig für die Entwicklung der Handlung sind und die sich in ihrem Verhalten gegenseitig spiegeln: Nora, ihr Ehemann Torvald, Noras Freundin Christine, der Rechtsanwalt Krogstad und der enge Freund der Familie Helmer Dr. Rank, dem Nora ihre Sorgen und Nöte anvertrauen kann.

Am meisten ist das Stück durch die Hauptperson Nora und ihre Entwicklung zentriert. Ihre Vergangenheit erklärt ihr Verhalten in der erzählten Gegenwart und führt schließlich dazu, dass sie sich mit ihrer Entscheidung, in ein neues Leben aufzubrechen, davon emanzipieren möchte. Ihr Ehemann, der Rechtsanwalt Torvald Helmer, ist ein Kontrollmensch, der sich zuerst liebevoll und umgänglich seiner Frau gegenüber verhält, später aber seine kalte und egozentrische Seite präsentiert, die seine Frau schockiert und sie dazu veranlasst, sich auch ihrerseits von ihm zu distanzieren.

Nora steht zudem von ihrer Persönlichkeit her spiegelbildlich ihrer alten und vom Leben gezeichneten Freundin Christine gegenüber, die sich vom beruflichen Aufstieg Torvalds erhofft, dass sie über ihn eine gute Stelle erhalten kann. Im Laufe der Handlung stellt sich zudem heraus, dass Torvalds Kollege Krogstad, von dem sich Nora das Geld geliehen hat und der sie nun aufgrund einer von ihr gefälschten Unterschrift erpresst, früher der Liebhaber von Christine war. All diese Verknüpfungen zwischen den Personen und die Auswirkungen auf den Verlauf der Handlung werden in den Charakterisierungen umfassend herausgearbeitet....

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