Symbole und Leitmotive

Puppe

Das Leitmotiv „Puppe“ taucht bereits im ursprünglichen Titel des Werkes von Ibsen „Puppenheim“ auf und bildet den Rahmen um die gesamte Handlung (siehe dazu Abschnitt „Titel“). Grundsätzlich ist eine Puppe ein hübscher Gegenstand, mit dem man spielt. Auch wenn sie äußerlich sehr schön anzusehen ist und teilweise beinahe lebendig erscheint, so ist sie doch nur eine leere Hülle.

Zu Beginn der Handlung kauft Nora für ihre kleine Tochter Emmy „eine Puppe und ein Puppenbett“ (S. 9) als Weihnachtsgeschenk. Als ihre Kinder vom Spielen im Schnee nach Hause zurückkehren, begrüßt sie ihr Kleinstes als „süßes kleines Puppenkind“ (S. 31) und tanzt mit ihr. Die Kinder berichten, dass sie von einem großen Hund verfolgt wurden, der ihnen aber nichts getan hat. Nora versichert ihnen: „Nein, kleine, schöne Puppenkinder beißen die Hunde nicht“ (S. 31). In diesem Teil der Handlung ist das Symbol Puppe positiv besetzt. Es zeigt die kindliche und verspielte Seite von Nora.

Doch im Laufe der Handlung ändert sich dies drastisch. Nachdem die Tatsache ans Tageslicht gekommen ist, dass Nora das Geld für den einjährigen Aufenthalt in Italien nicht geerbt, sondern mit einer gefälschten Unterschrift bei Krogstad geliehen hat, ist Torvald außer sich und spricht ihr jede Form der Selbstbestimmung und des eigenständigen Handelns ab. In diesem Moment erkennt Nora, dass bereits ihr Vater sie so behandelt hat. Sie musste immer seiner Meinung sein, hatte sie eine andere, so musste sie ihm diese verheimlichen, da diese nicht geschätzt wurde: „Er nannte mich sein Puppenkind und spielte mit mir, wie ich mit meinen Puppen spielte.“ (S. 95).

Auch nach der Heirat mit Torvald ändert sich nichts. Sie muss sich in jeglicher Hinsicht dem Geschmack und den Überzeugungen Torvalds anpassen und macht ihm und ihrem Vater deshalb schwere Vorwürfe: „Ihr seid schuld, dass nichts aus mir geworden ist.“ (S. 95). Torvald ist sehr verärgert über diese Ansicht und wirft ihr Undank vor, doch Nora hat erkannt, dass sie bei ihm nie glücklich, sondern immer nur lustig war: „Aber unser Heim war nichts andres als eine Spielstube. Ich war deine Puppenfrau, wie ich Papas Puppenkind war. Und die Kinder wiederum waren meine Puppen. Ich war recht zufrieden, wenn du mit mir spieltest, so wie die Kinder zufrieden waren, wenn ich mit ihnen spielte. Das war unsere Ehe, Tor...

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