Individuum vs. Gesellschaft

Ruhm und Liebe

Der Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft kann als zentrales Thema des Stückes betrachtet werden. Das „alte Preußen“, also das Preußen des Kurfürsten, tritt im Drama nicht nur als gesellschaftliche Macht auf, sondern wird am Ende sogar glorifiziert: „In Staub mit allen Feinden Brandenburgs!“ (S. 96). Einige Literaturwissenschaftler bezeichnen das Stück aus diesem Grund sogar als Erziehungsroman: Das Thema sei die Erziehung des Prinzen von Homburg von schwärmerischer Gefühlsanarchie hin zum Preußentum.

Homburg träumt von Ruhm, Ehre und Liebe. Als er gegen den Befehl des Fürsten in die Schlacht von Fehrbellin eingreift, setzt er sich über eine Vorschrift hinweg und handelt aus reiner Willkür (S. 32). Dem Prinzen sind seine persönlichen Wünsche und das Streben nach dem Sieg wichtiger als die Probleme des Landes. Bei seiner Verhaftung zeigt er sich blind für die Gesetze, die er gebrochen hat und somit auch für die Realität: „Ich, ein Gefangener? […] Freunde helft, ich bin verrückt!“ (S. 47). Nach der Schlacht war er der festen Überzeugung, seinen beiden ursprünglichen Zielen näher gekommen zu sein: dem Ruhm und der Liebe Natalies.

Er kann zunächst nicht begreifen, dass in seiner Situation beides hinfällig ist. Als er am Grab vorbeikommt, das für ihn ausgehoben wird, bemerkt er endlich, dass alles nur eine Illusion war. Durch die Begnadigungsbedingung will der Kurfürst den unbedingten Gehorsam des Prinzen erzwingen. Er soll seinen letzten Rest Individualität aufgeben und vor dem Staat Preußen in die Knie gehen und öffentlich best...

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