Romantik oder Klassik?

Die Literaturgeschichtsschreibung hat dazu geführt, dass eine wesentliche Periode der deutschen Literatur, die etwa das letzte Viertel des 18. und das erste des 19. Jahrhunderts umfasst, in zahlreiche Strömungen unterteilt wurde. Die Problematik besteht jedoch darin, dass sich diese überlappen, ablösen und zum Teil auch parallel verlaufen. Drei der wichtigsten Literaten dieses Zeitraumes bleiben aus diesem Grund oftmals ohne Zuordnung zu einer bestimmten literarischen Strömung: Jean Paul, Friedrich Hölderlin und Heinrich von Kleist. Für die Einordnung ihrer Werke sind die verschiedensten Termini zu finden: „Paraklassik“, „Gegenklassik“, „sowohl Klassik als auch Romantik“ oder „zwischen Klassik und Romantik“.

Die kleistsche Welt wird durch die Abwesenheit des Göttlichen bestimmt. Das Bild der dem Schicksal ausgelieferten, ohnmächtigen Figuren dominiert seine Werke. In seinem Essay „Über das Marionettentheater“ bezeichnet er dies als sein dramatisches Grundsatzkonzept.

Aus Kleists Beschäftigung mit Kant und Fichte entspringt seine erkenntnistheoretische Position, dass die objektive Wahrheit außerhalb des Subjekts nicht gefunden werden könne. Dies drückt sich in der von ihm geschaffenen Wirklichkeit aus: Die Handelnden finden keinen Sinn mehr, werden durch ihre Taten immer mehr in Leid und Schuld hineingezogen. Kleist geht stets von der grundsätzlichen Tragik des menschlichen Tuns und seiner Existenz aus und skizziert sie auch so in seinen Werken.. 

Ein weiteres Thema durchzieht das Lebenswerk des Autors wie ein roter Faden: Die Liebe als Urgewalt, die in einigen seiner Stü...

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