Charakterisierung Titelfigur

Der Nachtwandler

Der Prinz von Homburg ist die Titelfigur des Stückes und scheint gleich zu Beginn in einem ungewöhnlichen Zustand zu sein: In völlig unmilitärischer Haltung sitzt er, halb wach und halb schlafend, in einem französisch anmutenden Schlossgarten und windet sich einen Siegerkranz aus Lorbeer (S. 7). Er ist der General der kurfürstlichen Reiterei Brandenburgs im Krieg gegen die Schweden und folgt dem Fürsten und dessen Nichte schlafwandlerisch zum Schloss.

In seinem anfänglichen Verhalten spiegelt sich bereits die Regung seines Unterbewusstseins wider: Er strebt nach Ruhm, Sieg und Liebe und auch nach einem verwandtschaftlichen Verhältnis zur kurfürstlichen Familie (S. 7ff.). Homburg hat ein sehr enges Verhältnis zum Kurfürsten Brandenburgs und dessen Frau. Friedrich betrachtet ihn sogar als „Sohn“ (S. 51). Diese Tatsache rührt vor allem daher, dass er das Kind einer Jugendfreundin der Kurfürstin ist, welche ihn nach dem Tod seiner Mutter wie einen Adoptivsohn aufgezogen hat (S. 59).

Homburg ist dem Kurfürsten unterstellt. Als sich die Hofgesellschaft seinem Sitzplatz nähert und sich über den Träumer lustig macht, wird jedoch deutlich, dass man ihn eher als Außenseiter betrachtet: „es ist nichts weiter, glaubt mir auf mein Wort, als eine bloße Unart seines Geistes.“ (S. 8). Homburg scheint sich nach einer anderen Identität zu sehnen beziehungsweise einem Leben abseits des Militärs. Dies wird durch die Tatsache verdeutlicht, dass er Helm und Rüstung bereits abgelegt hat (S. 7).

Graf von Hohenzollern drückt zum einen seine Bewunderung für den Prinzen aus, bezeichnet ihn als „tapfer“ und als „Helden“, jedoch macht er zum anderen auch gleichzeitig deutlich, dass er ein „Nachtwandler“ sei, der sich außerhalb der kurfürstlichen Konventionen bewegt und in seiner Umgebung öfter auf Unverständnis stößt (S. 8).

Die Schlacht bei Fehrbellin 

Seine Ich-Bezogenheit zeigt sich...

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