Charakterisierung Kurfürst

Eine ambivalente Figur

Der Kurfürst ist die zweite Hauptfigur des Stückes „Prinz Friedrich von Homburg“ und gleichzeitig der Gegenspieler des Protagonisten und Namensgebers. Im Kontrast zu dem jugendlichen Träumer Homburg repräsentiert der Fürst die staatliche Ordnung, das Gemeinwesen und das Gesetz, welches den Staat zusammenhält und dessen Überleben garantieren soll.

Er hat – neben der Bindung zu seiner Frau – eine sehr enge Beziehung zu Natalie, die fast schon väterlich wirkt. So spricht er beispielsweise von ihr als seinem „Töchterchen“(S. 62). Beachtenswert ist, wie schnell er von Natalie als Homburgs Braut spricht. Es kommt nie zu einer offiziellen Verlobung, der Prinz hat nicht wirklich um Natalies Hand angehalten. Vielmehr wirkt ihr Versprechen sehr informell und privat und entspricht somit ganz und gar nicht dem Standard, der damals in Adelskreisen gepflegt wurde (S. 38). Dass der Kurfürst dennoch einverstanden ist, spricht dafür, dass er nicht nur das Staatsoberhaupt und Homburgs Vorgesetzter ist, sondern sich auch „väterlich“ um seine Kinder sorgt und kümmert. Dieser Zug lässt ihn sehr menschlich, empfindsam und emotional erscheinen.

Er ist in sich eine durchaus ambivalente Figur. Er behauptet stets, sich als Staatsoberhaupt nicht von seinen Gefühlen und seiner Leidenschaft leiten lassen zu dürfen, handelt jedoch oftmals genau gegenteilig. Gleich zu Anfang schleicht er sich mit seinem Gefolge in den Garten des Schlosses und erlaubt sich einen bösen Scherz mit Homburg, indem er ihm eine Kette im Namen Natalies überreicht und dem schlafwandelnden Prinzen somit seine geheimsten Wünsche und Sehnsüchte entlockt (S. 10). Er entlockt Homburg somit auch den Wunsch nach Erhöhung, dieser spricht ihn sogar mit dem Wort „Vater...

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