Schuld

Trotz der Tatsache, dass Michael Kohlhaas sich zum gottgleichen Richter aufschwingt und während seines Rachefeldzugs nicht erkennen kann, dass er Unrecht tut, sehen wir am Ende der Novelle eine Figur, die ihre Schuld eingesteht und anerkennt und Sühne leistet, ohne sich dagegen zu wehren. Er lässt sich ohne Gegenwehr nach Berlin überführen, vermutlich aus der Hoffnung heraus, dort Gnade zu finden.

In Berlin erkennt er das Todesurteil gegen sich an und scheint vollkommen befreit von den Rachegedanken, denn er verbringt seine letzten Tage in „Ruhe und Zufriedenheit“ (S.82). Er erhält gar „die Wohltat der heiligen Kommunion“ (S.83), also seelische Tröstung, und scheint mit sich selbst ins Reine gekommen zu sein. Kohlhaas hat erkannt, dass er Unrecht begangen hat, jedoch lässt er bis zum Schluss nicht von seinem Rachegedanken ab, denn er isst den Zettel mit der Weissagung der Zigeunerin und nimmt so kurz vor seinem Tod Rache am Kurfürsten von Sachsen. Die Bestrafung für seine Untaten nimmt er aber ohne Widerstand hin, denn „er wandte sich zum Schafott, wo sein Haupt unter dem Beil des Scharfrichters fiel“ (S.85). Daraus wird ersichtlich, dass er weiß, was er verb...

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