Religion

Am Anfang der Erzählung wird angedeutet, dass Kohlhaas ein religiöser Mensch ist, weil er seine Kinder „in der Furcht Gottes“ erzieht (S.7). Während des Überfalls auf die Tronkenburg bezeichnet der Erzähler Kohlhaas als den „Engel des Gerichts“ (S.26).

In den Mandaten des Pferdehändlers findet die religiöse Motivik ihren Niederschlag. So erklärt Michael Kohlhaas seinen Gegenspieler Wenzel von Tronka in seinem zweiten Mandat zum „allgemeinen Feind aller Christen“ (S.29), seine Ausschaltung sei ein „Werk Gottes“ (S.19), wie Lisbeth sagt. Kohlhaas maßt sich in seinem dritten Mandat sogar an, sich als „Gott allein unterworfenen Herrn“ (S.29) zu bezeichnen. Somit stellt er sich auf die Ebene eines absolutistischen Herrschers und über das irdische Recht. In seinem letzten Mandat ist Kohlhaas` Selbstverklärung auf dem Höhepunkt, denn er nennt sich den „Statthalter Michaels, des Erzengels“ (S.33).

Im Zuge der Selbststilisierung spricht Michael Kohlhaas von einem „gerechten Krieg“ (S.28) und bezieht sich bei der Legitimierung seines Handelns immer wieder auf das Religiöse. Michael Kohlhaas versucht, mit religiösen Motiven seinen Standpunkt zu rechtfertigen, denn der Erzengel Michael ist der Bezwinger Luzifers und somit der Inbegriff des Kampfes gegen das Unrecht. Als das ultimative Böse versteht Kohlhaas dabei die adlige Obrigkeit.

Im Rahmen der religiösen Motivik werden keine konkreten Bibelstellen herangezogen. Allerdings sieht sich Kohlhaas selbst als rächenden Gott, somit ist es nicht schwer, Bibelstellen heranzuziehen, die dieser Vorstell...

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