Michael-Kohlhaas-Syndrom/Querulantenwahn

Der Begriff Querulant bedeutet, dass man vor Gericht für sein Recht eintritt (querulieren, von lat. queri: vor Gericht klagen). Die Triebfedern für die Handlungen des Querulanten sind seine Gefühle. Er ist zumeist emotional unbefriedigt, hat ein hohes Maß an Hochmut, Zorn, Neid, Ehrsucht und ist durch eine narzisstische Persönlichkeitsstruktur gekennzeichnet. Überdies ist die Figur durch ein überhöhtes, wenn nicht sogar krankhaftes Maß an Unrechtsbewusstsein bestimmt.

Damit eine Person als Querulant wahrgenommen werden kann, muss zuerst eine Rechtsverordnung existieren, gegen die der Querulant revoltieren kann. Der Querulant bewegt sich mit seinem Aufbegehren stets an der Grenze zwischen dem Individuum und der Gesellschaft. Im Grund ist er also ein Kämpfer dafür, diese beiden ungleichen Pole zu einem Ausgleich zu bringen. Alle diese Umstände und Charaktereigenschaften treffen auch auf Michael Kohlhaas zu.

Das Michael-Kohlhaas-Syndrom beschreibt einen überbordenden Machttrieb. Michael Kohlhaas' Handlungen können zwar staatsrechtlich positiv gedeutet werden (bis auf seinen Rachefeldzug), allerdings sind sie auch davon angetrieben, Macht auszuüben, und zwar über den Junker, die Zustände in der Gesellschaft und das Gesetz. Der Machttrieb zeigt das ...

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