Hinz und Kunz von Tronka

Hinz

Hinz von Tronka ist der Weinschenk des Kurfürsten von Sachsen, das heißt, er ist der Aufseher über die fürstlichen Weinberge und Weinkeller und schenkt seinem Herren beständig nach, sollte sein Becher leer sein. Außerdem ist er der Cousin von Wenzel von Tronka und Kunz von Tronkas Bruder. Er und sein Bruder Kunz sind „Jugendfreunde und Vertraute“ (S.41) des Kurfürsten.

Als es um die Amnestie für Kohlhaas geht, die Luther dem Kohlhaas nach seinem Rachefeldzug verschafft, offenbaren sich „zwei Rechtsbegriffe“ bei Hinz, denn er unterscheidet zwischen „freie[m] Geleit“ und wirklicher „Amnestie“ (S.43). Seines Wissens habe Kohlhaas nur um freies Geleit gebeten, daher sei es gar nicht nötig, ihm Amnestie zu erteilen. In dem Antwortschreiben an Michael Kohlhaas ist daher auch nur von „freie[m] Geleit“ die Rede und nicht von Amnestie (ebd.). Diese als „staatskluge Wendung“ (ebd.) bezeichnete Differenzierung besiegelt Kohlhaas Scheitern in Dresden, denn, wie sich herausstellt, ist Kohlhaas eigentlich gefangen in Dresden und darf sich nur mit der Duldung der herrschenden Persönlichkeiten relativ frei bewegen.  Insgesamt bleibt Hinz aber eher eine Randfigur.

Gemein und feige

Viel wichtiger ist Kunz von Tronka. Er ist ein Cousin Wenzel von Tronkas. Hinz ist sein Bruder.  Er ist der wichtigste Angestellte in Sachsen, denn er ist der Kämmerer (S.40) des Kurfürsten von Sachsen und verwaltet in dieser Position die Finanzen des Fürsten. Er darf sich in seiner „Qualität eines Geheimrates“ des „Namens und Wappens“ des Kurfürsten bedienen (S.41). Später wird er zum Präsidenten der Staatskanzlei befördert (S.64). Er ist der engste Vertraute des Kurfürsten.

Kunz ist ein korrupter Hofadliger mit verwerflichem Charakter, was besonders daran deutlich wird, dass seine Ehefrau Heloise gleichzeitig die Mätresse des Kurfürsten ist. Somit besteht zwischen dem Kämmerer und dem Kurfürsten ein extrem vertrautes Verhältnis, das durch Geben und Nehmen bestimmt ist, denn er weiß um die Af...

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