Charakterisierung Der Bruder

Adel und Forstmeister

Der Bruder der Titelheldin ist eine weniger im Vordergrund stehende Figur in Heinrich von Kleists Novelle „Die Marquise von O…“. Er wird durch sein Handeln und seine Äußerungen charakterisiert. Über sein Aussehen oder Alter erfährt der Leser nichts. Natürlich kennt man seinen gesellschaftlichen Status als Adliger, da er der Sohn des Herrn von G… und seiner Ehefrau ist und zur Schwester die Marquise von O… hat. Er und die Marquise von O… sind die einzigen Kinder des Obristen und der Obristin von G….

Der Bruder hat die Stellung als Forstmeister von G… inne und besitzt ein Landgut bei V… (S. 3). Es ist nicht klar, ob er normalerweise auf diesem Landgut wohnt, denn er kommt zwar erst während der laufenden Handlung zu den Eltern in das Stadthaus nach M… (S. 9), bleibt dort aber dann auch bis zum Ende der Handlung.

Pflichtmensch

Als der Graf F… eine wichtige Geschäftsreise absagen will und im Hause der Familie von G… bleibt, um eine Antwort der Marquise auf seinen Heiratsantrag abzuwarten, sieht der Bruder diesen Entschluss mit großer Sorge, denn, wie er zweimal betont, ein solches Verhalten innerhalb der Dienstzeit werde hart bestraft (S. 14). Er besitzt Mitspracherecht in Familienangelegenheiten und spricht die Problematik bei einer Beratung der Familie an. Er kann das Benehmen des Grafen nicht verstehen, und meint, dieser handele einfach überstürzt (S. 16). Er selbst ist nämlich sehr pflichtbewusst und würde sicher nie eine solche Entscheidung treffen, sich von seinen eigenen Gefühlen steuern lassen und seine Pflichten versäumen.

Dem Forstmeister sind Klarheit und Pragmatismus wi...

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