Gesellschaftskritik

In der Gesellschaft der zeitgenössischen chilenischen Hauptstadt herrschen die Institutionen Familie, Staat, Gericht und Kirche. Die hierarchische Ständegesellschaft verbietet es Josephe und Jeronimo, ein Paar zu sein. Die Adelsfamilie Josephes überwacht sie streng und setzt diese Standesregeln durch. Von der Kirche und dem Staat, repräsentiert durch den Erzbischof und den Vizekönig, werden Josephe und Jeronimo schließlich deshalb verurteilt, weil sie die etablierten Regeln nicht befolgt haben.

Diese Herrschaftsstrukturen werden zufällig durch das Erdbeben zerstört. Es wird beschrieben, wie Josephe nacheinander die zerstörten Gebäude der regierenden Institutionen sieht. Zuerst erblickt sie den toten Erzbischof, der bemerkenswerterweise von den Steinen der Kathedrale erschlagen wurde. Dann sieht sie den zerstörten Palast des Vizekönigs, dann den eingestürzten Gerichtshof, das Haus ihres Vaters und schließlich das Gefängnis (Kleist, S. 14). Somit sind alle Institutionen, die Josephe kontrolliert und verurteilt haben, zerstört und zusammengebrochen. Auch wird betont, dass Chili nun keinen Vizekönig mehr hat, wodurch es keine Autorität mehr gibt, die über die Stadt regiert.

Im Kontrast dazu stehen die Erfahrung und das Erleben des Paars im Tal außerhalb der Stadt. Es wird beschrieben, wie Jeronimo mit dem Rücken z...

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