Entstehung und Quellen

Kleists Novelle „Das Erdbeben in Chili“ wird als zuerst am 10.-15.9.1807 in Cottas „Morgenblatt für gebildete Stände“ veröffentlicht. Hier trägt sie noch den Titel „Jeronimo und Josephe. Eine Scene aus dem Erdbeben zu Chili, vom Jahr 1647”. Erst 1810 erscheint die Erzählung unter dem Titel „Das Erdbeben in Chili“ in einem Sammelband mit Kleists Erzählungen in der Berliner Realschulbuchhandlung (Nobis 2013, S. 126; S. 129).

Zur Entstehung der Erzählung und zu den möglichen Quellen liegen keine überlieferten Dokumente vor, weshalb darüber keine sicheren Aussagen getätigt werden können. Über das Erdbeben in Santiago in Chile, das am 13. Mai 1647 tatsächlich stattgefunden hat, werden allerdings viele Berichte in den Zeitungen in Deutschland veröffentlicht. Diese gewinnen ihre Informationen aus der Schilderung des Bischofs von Santiago, namens Gaspar de Villarroel, der das Erdbeben selbst miterlebt hat. Der Bischof berichtet von einem kräftigen Erdbeben, das am 13. Mai 1647 die chilenische Hauptstadt Santiago de Chile erschütterte. Ungefähr 12.000 Menschen, ein Drittel der Bevölkerung der Stadt, kam dabei ums Leben.

Jedoch hält sich Kleist nicht an die historischen Fakten. So verlegt er z.B. das Erdbeben nicht nur auf die Zeit des hellen Tages, während es in Wirkl...

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