Berlin

Die hektische Großstadt Berlin

Diederichs Emporkommen ist nicht nur das Ergebnis seiner eigenen Bemühungen. Er könnte dann nicht aufsteigen, wenn die Gesellschaft es nicht zulassen würde. Doch er trifft auf eine Gesellschaft, die ihm anfangs nur aus Gewohnheit etwas Widerstand bietet und im weiteren Handlungsverlauf dann den Rahmen bzw. die Grundlage für seinen Erfolg bildet.

Der Roman spielt hauptsächlich an zwei Orten, in der Hauptstadt Berlin, in der Diederich studiert und eine kaisertreue Gesinnung annimmt, und in der fiktionalen Provinzstadt Netzig, Diederichs Heimatort, in die er den „Geist der Zeit“ (S.100) tragen will und die zur Spielstätte seines gesellschaftlichen Aufstiegs wird. Die beiden Orte und ihre Einwohner sollen hier miteinander verglichen werden.

Als der junge Diederich nach Berlin kommt, wagt er nicht, die ”Nähe der Friedrichstraße” (S. 17) zu verlassen, und mietet ein Zimmer in der Tieckstraße, um ”die Universität nicht verfehlen” (S. 17) zu können. Berlin erscheint ihm riesig und unüberschaubar.

Das stellt auch Herr Göppel, der aus Netzig stammt und nach Berlin übergesiedelt ist, gerne fest: „Denn wenn Sie es nicht kennen, kommen Sie noch in den falschen Omnibus. Sie haben sich gewiß schon mal verirrt in Berlin [...] Das ist nicht wie in Netzig. Hier laufen Si…

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Die Demonstration der Arbeitslosen und der Auftritt des Kaisers

Bei der Darstellung der Februardemonstrationen von 1892 wird aus der bunten Menschenmenge schließlich eine ”Masse” (S. 61), in der ”ein Meer der Armen” (S. 60) sich mit Bürgerlichen vermischt und zu einem ”Knäuel der Schreienden” (S. 61) wird.

Die Arbeitslosen mit ihren ”breiten, hohlen Gesichtern” (S. 59), deren Mienen zunächst ”ohne Ausdruck, nicht drohend” (S. 59) sind, schließen sich zusammen und werden zu einer ”Überschwemmung” (S. 60), die zu Stau und Verkehrschaos führt. Sie überrollen die Straßen, die gefüllt sind mit ”Damen in ihren Wagen” (S. 59), Herren in ”langen Pelzen” (S.59), mit ”kleinen Beamten” (S. 60) und berittener Polizei.

In dieses Gedränge reitet nun d…

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