Inhaltsangabe

Jugend und Studentenleben

Heinrich Manns Roman „Der Untertan“ spielt im Deutschen Kaiserreich in der Regierungszeit Kaiser Wilhelms II. bis zum Jahr 1897 und erzählt die Geschichte des Papierfabrikantensohnes Diederich Heßling, eines verträumten, ängstlichen Kindes, das die väterliche Macht verehrt, das zu einem autoritätsgläubigen Bürger und kaisertreuen Untertan heranwächst und schließlich eine herausragende Stellung in seiner Heimatstadt einnimmt.

Diederich wächst in der preußischen Kleinstadt Netzig mit zwei Schwestern als Sohn eines strengen, aber gerechten Vaters auf. Diederich, der keine Selbstachtung besitzt, findet Gefallen an Gehorsam und Untertänigkeit und empfindet Geringschätzung gegenüber seiner sentimentalen Mutter. Nach der Schule zieht er nach Berlin, um dort Chemie zu studieren. Bei einem Besuch bei dem Fabrikanten Göppel, einem Geschäftsfreund seines Vaters, lernt Diederich Göppels Tochter Agnes kennen, die ihn beeindruckt und die er hofiert. Doch der unverfrorene Jura-Student Mahlmann schüchtert Diederich ein und Diederich hört auf, Besuche bei Göppels zu machen.

Über einen ehemaligen Schulkameraden lernt Diederich die Studentenverbindung der Neuteutonen kennen und taucht vollkommen in das Leben dieser Vereinigung ein. Benehmen, Trinken und Fechten sind hier genau reglementiert. Das Leben nach Kommando und die Tatsache, dass er nun ein wertvoller Teil einer starken Gemeinschaft ist, schenken Diederich die Hochachtung vor sich selbst, die ihm als Einzelperson fehlt. Diederich wird bald ein angesehenes Mitglied der Verbindung und lässt sich auch politisch immer mehr von den konservativen und nationalen Ideen, welche die Neuteutonen vertreten, beeinflussen und mitreißen.

Soldat und Familienoberhaupt

Nach dem Tod seines Vaters muss Diederich seinen einjährigen Militärdienst absolvieren. Wieder ist er von den Rangordnungen und dem absoluten Gehorsam entzückt, doch die körperlichen Strapazen machen ihm zu schaffen. Da sein Hausarzt Dr. Heuteufel sich standhaft weigert, ihm eine angebliche Krankheit zu attestieren, nutzt Diederich die Kontakte, über die er über die Neuteutonia verfügt, dazu, um vorzeitig aus seinem Dienst entlassen zu werden.

Als es im Februar 1892 in Berlin zu Demonstrationen der Arbeitslosen kommt, erlebt Diederich mit, wie Kaiser Wilhelm II. in die Menge hinausreitet. Begeistert läuft er dem Kaiser hinterher, fällt aber vor den Augen des Kaisers in den Schmutz. Der Kaiser lacht ihn aus, doch vertieft diese persönliche Begegnung seine unbegrenzte Verehrung für den Kaiser noch mehr.    

Als er Agnes Goppel nach mittlerweile drei Jahren wiedersieht, beginnt er ein heimliches Verhältnis mit ihr. Doch Agnes hingebungsvolle Liebe engt ihn zunehmend ein. Er beendet das Verhältnis wieder abrupt und lässt sich auch von ihrem Vater nicht dazu überreden, sie zu heiraten.

Nach dem Ende seines Studiums kehrt Diederich nach Netzig zurück und übernimmt die Vormundschaft für seine beiden Schwestern sowie die Führung des Familienunternehmens. Er will die Firma erweitern, um das Geschäft weiter voranzutreiben, und ein strenges Regime einführen. Diejenigen Mitarbeiter, die gegen seine Regeln verstoßen oder deren politische Einstellung nicht zu seinem Weltbild passt, sollen entlassen werden. Einer davon ist der Maschinist und Sozialdemokrat Napoleon Fischer, doch Diederich me...

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