Literarische Epoche(n)

Mann und der Naturalismus

Der literarische Naturalismus (ca. 1880 bis ins 20. Jahrhundert hinein) hatte sich parallel zur Industrialisierung und den Errungenschaften der Naturwissenschaft und der Technologie entwickelt. Sein Ziel war darauf ausgerichtet, die Welt detailgetreu, objektiv und mit wissenschaftlicher Genauigkeit darzustellen, ohne sie in irgendeiner Form zu idealisieren bzw. zu verklären. Stattdessen sind das Hässliche, die soziale Not auf dem Land und in der Stadt und Anonymität der Großstadt diejenigen Themen, die aufgegriffen werden, sowie die Bedingtheit des einzelnen Menschen durch seine Erbanlagen und das Milieu, in dem er aufwächst und lebt (siehe dazu …

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Ein Werk mit einem Zweck

Trotz der Bemühung um akkurate Darstellung der technischen, finanziellen und juristischen Umstände ist der „Untertan“ kein Werk, das die Wirklichkeit mit wissenschaftlicher Korrektheit widerspiegelt. Es ist eine Satire, welche die beobachtete Wirklichkeit des Untertanen-Typus verdichtet, überspitzt und übertrieben darstellt und d…

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Manns Einfluss auf die Expressionisten

Heinrich Mann hatte bereits 1910 den Essay ”Geist und Tat” veröffentlicht, in dem er den etablierten Schriftstellern des Kaiserreiches vorwirft, ”nicht dem Geist zu dienen, der ihm ”die Würde des Menschen auferlegt”[2] sondern ”für seinen [des Geistes] Todfeind, die Macht”[3] zu arbeiten. Er konstatiert: ”Ein Intellektueller, der sich an die Herrenklasse heranmacht, begeht Verrat am Geist. Denn der Geist ist nichts Erhaltendes und gibt kein Vorrecht. Er zersetzt, er is…

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Merkmale des Expressionismus im Werk

In der Literaturgeschichte wird die literarische Bewegung des Expressionismus auf die Jahre 1905-1925 begrenzt, während gleichzeitig diskutiert wird, ob „Expressionismus“ als Epochenbegriff überhaupt haltbar ist, da die Stile und Haltungen der einzelnen Vertreter so unterschiedlich sind. So sind die einen zum Beispiel technikbegeistert, andere stufen die Beschleunigung und das Großstadtleben als bedrohlich ein, manche begrüßen den Krieg, andere sind dagegen Pazifisten. Sie rufen jedoch gemeinsam mit Heinrich Mann nach einem ‚neuen Menschen‘.

Der expressionistische Stil ist bildreich, assoziativ, diskontinuierlich, gerafft, parataktisch und sucht den Bruch mit den sprachlichen Konventionen. Lyrik, Drama und kurze Prosaformen eignen sich dementsprechend besser für die expressionistische Sprachgestaltung als Romane (siehe dazu Lektuerehilfe/ Epochen/ Expressionismus).

Heinrich Manns Erzählstil wurzelt im Realismus und Naturalismus. Sein Sprachstil bleibt konventionell und stellt den allgemeinen Sprachgebrauch seiner Zeit dar (einschließlich authentischer Kaiserzitate). Er verwendet Dialekt und Soziolekt in der Figurensprache und bemüht sich bei der Darstellung der Lebensbereiche, die ihm nicht durch eigene Anschauung bekannt si…

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